30. Abu Huraira soll Zakat oder Fitrah verwahren und hüten; aber der Teufel kommt in drei Nächten, um davon zu stehlen

Buchari berichtet in seinem Sahih-Werk, Band 2, Seite 29, durch eine Erzählerkette, die bei Abu Huraira endet, der sagte:

"Der Prophet Gottes übergab mir Zakat vom Ramadan (gemeint ist Zakat-ul-Fitr), damit ich die Spende hüte. Ein Mann kam und begann, ein paar Lebensmittel zu stehlen. Ich schnappte ihn und sagte: "Bei Allah, ich schleppe dich zum Propheten Gottes." Der Mann sagte: "Ich bin bedürftig, und da ich eine Familie habe, ist meine Not sehr groß." So ließ ich ihn laufen. Am nächsten Morgen fragte mich der Prophet: "Abu Huraira, was tat der Mann, den du gestern geschnappt hast?" Ich sagte: "O Prophet Gottes, er klagte über große Not und er hätte Familie; so hatte ich Mitleid mit ihm und ließ ihn laufen." Der Heilige Prophet sagte: "Er hat dich angelogen, und er wird wiederkommen." So passte ich wieder auf, ob er käme. Der Mann kam und begann, Lebensmittel zu stehlen. Ich schnappte ihn und sagte: "Bei Allah, ich will dich ganz gewiss zum Propheten Gottes schleppen." Er sagte: "Ich bin bedürftig, und da ich Familie habe, ist meine Not groß." So ließ ich ihn laufen. Am nächsten Morgen fragte mich der Heilige Prophet: "Was tat der Mann, den du gestern geschnappt hast?" "O Prophet Gottes, er klagte über große Not und er hätte Familie; so hatte ich Mitleid mit ihm und ließ ihn laufen." Der Heilige Prophet sagte: "Er hat dich angelogen, und er wird wiederkommen." So passte ich wieder auf, ob er wiederkäme, zum dritten Mal. Er kam und begann, Lebensmittel zu stehlen. Ich schnappte ihn und sagte: "Bei Allah, ich will dich ganz gewiss zum Propheten Gottes schleppen." Der Mann flehte: "Lass mich laufen, ich werde dich lehren, was Dir bei Gott Nutzen bringt. Wenn du zu Bette gehst, sollst du den Qur'an-Vers "Kursi" rezitieren. Solange du im Bette bist, wird Allah dich schützen, und Satan wird sich dir bis zum Morgen nicht nahen." Daraufhin ließ ich ihn laufen. Als es Morgen war, sagte der Prophet Gottes zu mir: "Was hast der getan, den du gestern geschnappt hast?" Ich erzählte ihm die ganze Geschichte. Da sagte der Prophet: "Weißt du, wer in den letzten drei Nächten mit dir gesprochen hat?" Ich sagte: "Nein." Der Heilige Prophet sagte: "Es war Satan, der Teufel."

Bemerkungen

Dies ist ein absolut frei erfundenes Hadith Abu Hurairas, das nur von törichten Menschen geglaubt werden kann. Hier hat Abu Huraira eine Geschichte zusammengesponnen, die ihn selbst dabei entlarvt, wie er dem Heiligen Propheten Muhammad (s.) weniger glaubt als einem Dieb. Denn da Abu Huraira Mitleid mit dem Diebe zeigt, glaubte er dem Dieb, und er glaubte nicht dem Heiligen Propheten, der ihm dreimal sagte, der Dieb sei ein Lügner.

Zweitens, die Geschichte zeigt klar, dass Abu Huraira im Namen Allahs schwor, den Dieb zum Heiligen Propheten zu schleppen, aber er erfüllte seinen Schwur nicht, sondern brach den Schwur nicht nur einmal, sondern gleich dreimal. Meinte Abu Huraira, dass der Bruch des Schwurs statthaft sei?

Es gibt eine weitere Ungereimtheit in diesem Hadith. Abu Huraira wurden die Zakat-Spenden des Ramadan zur Obhut gegeben, dass er sie bewache und keinen Diebstahl zulasse. Warum erlaubte er dann dem Diebe den Diebstahl? Gewiss, wer ein Objekt zu bewachen hat, hat nicht die Freiheit, überhaupt jemandem zu gestatten, etwas von dem Objekt zu stehlen, und das nicht nur ein Mal, sondern gleich zwei Mal und drei Mal.

Noch absurder wird es, als sogar der Satan Abu Huraira etwas Heiliges lehrt, damit er nicht "festgehalten" wird, als wenn der Teufel körperlich festgehalten werden könnte!

Sollte solch ein Gedanke von Menschen mit Verstand geglaubt werden, so können wir nur Zuflucht bei Allah vor so viel Wissensarmut nehmen.

31. Durch das Gebet des Heiligen Propheten Muhammad (s.) nimmt Abu Hurairas Mutter den Islam an; der Heilige Prophet (s.) betet, dass Abu Huraira und dessen Mutter von Gläubigen geliebt werden und die Gläubigen von beiden geliebt werden.

Muslim berichtete in seinem Sahih-Werk, Band 2, Seite 357, durch seine akzeptierten Quellen, die bei Abu Huraira enden, dass dieser erzählte:

Ich pflegte meine Mutter zum Islam einzuladen, als sie noch eine Ungläubige war. Eines Tages, als ich sie zum Islam einlud, sprach sie etwas Schlechtes über den Propheten Gottes und sagte zu ihm: "O Prophet Gottes, meine Mutter hat Schlechtes über dich gesprochen. Bitte, bete zu Allah, damit sie Leitung erfahre." Der heilige Prophet betete dann: "O Allah, gib Leitung der Mutter von Abu Huraira." Da packte mich ein Glücksgefühl. Als ich die Haustüre erreichte, fand ich sie verschlossen. Als meine Mutter den Klang meiner Fußschritte hörte, hieß sie mich fürs Haus willkommen, und ich hörte den Klang von Wassertropfen. Sie nahm ein Bad, legte ihr äußeres Gewand an und zog hastig den Gesichtsschleier über Haupt. Dann öffnete sie die Türe und sagte: "O Abu Huraira, ich bekenne: "Kein Gott außer Gott!" und ich bekenne auch: "Muhammad ist Sein Knecht und Prophet!" Ich ging zum Propheten Gottes zurück, weinend vor Freude, und ich sagte zu ihm: "O Prophet Gottes! Hier ist eine glückliche Nachricht. Allah hat dein Gebet erhört und meiner Mutter Leitung gegeben." Daraufhin pries der Prophet Gottes Allah, rühmte Ihn und sagte: "Das ist gut." Ich sagte dann zu ihm: "O Prophet Gottes, bitte, bete zu Allah, dass Er mich und meine Mutter bei den Gläubigen beliebt mache, und dass Er sie uns lieben lasse." Der Heilige Prophet betete dann: "O Allah, mache diesen Deinen Knecht und seine Mutter bei Deinen gläubigen Knechten beliebt, und lasse sie die Gläubigen lieben." Dementsprechend liebt mich jeder Gläubige, der von mir hört oder mich sieht.

Bemerkungen

Dieses Hadith Abu Hurairas eignet sich gleich für mehrere Einwände.

Erstens wird dieses angebliche Hadith des Heiligen Propheten (s.) nur von Abu Huraira erzählt und sonst von niemanden. Das markiert bereits ihre Schwäche.

Zweitens wird in dieser Hadith gesagt, dass Abu Hurairas Mutter am Unglauben festhielt und den Islam nicht annehmen wollte. Sie wollte erst dann den Islam annehmen, als der Heilige Prophet Muhammad (s.) für sie betete. Die Frage entsteht, welches Motiv sie hatte, von Jemen nach Medina auszuwandern; der Jemen war ja ihr Geburtsland, Medina aber war damals der Sitz des Islam, die Wirkstätte des Heiligen Propheten Muhammad (s.) und sein zentraler Stützpunkt. Es gibt historisch keinen Zweifel, das sie im Jemen blieb und wie andere Leute dort weiterhin Götzen anbetete. Welche Antwort auf diese Fragen können die Bewunderer Abu Hurairas geben? Sicherlich keine, denn sie können historische Tatsachen nicht leugnen.

Überdies wird nirgendwo in den Geschichtsbüchern der Hadithe, an keiner einzigen Stelle Abu Hurairas Mutter erwähnt, außer an einer einzigen Stelle, als einst Kalif Omar, als er Abu Huraira als Gouverneur von Bahrain absetzte, zu ihm sagte:

"Deine Mutter Umaima brachte dir keine andere Arbeit bei als das Hüten von weidenden Eseln."

Dieser einzige Hinweis führte nur zu ihrem Namen und zu nichts anderem.

Drittens ist es hinreichend nachgewiesen, dass Abu Huraira zu den Elendsten der Leute der Suffa gehörte, und er suchte Essensreste auf der Straße, um sein Leben zu fristen. Er selber erzählt, dass er im Raume zwischen dem Lehrpult des Heiligen Propheten Muhammad (s.) und er Hütte der Ayscha zu liegen pflegte. Die vorübergehenden Leute schritten über ihn hinweg und hielten ihn für einen Verrückten. Es war allerdings nicht Verrücktheit, sondern Hunger, der ihn derart machte. Abu Huraira blieb bei der Suffa, beim Arkadengang der Moschee des Propheten in Medina, im gesamten Leben des Heiligen Propheten (s.). Wie kann er dann ein eigenes Haus in Medina haben, wie in diesem Hadith Abu Hurairas behauptet wird?

Viertens, wenn alles, was Abu Huraira in seinem Hadith erzählt, wahr wäre, so wäre es ein leuchtendes Zeichen des Prophetentums und ein Merkmal des Islam, dass Allah sofort das Gebet Seines Propheten Muhammad (s.) erhörte und Leitung der Mutter Abu Hurairas gab, wodurch diese Frau, die bis dahin in Häresie und Unglauben verharrt hatte, zu einer gläubigen Frau wurde, fromm und voll vertraut mit den Zielen der islamischen Gesetze. Es ist auch bekannt, dass die großen und auch die weniger bekannten Prophetengefährten alle großartigen Zeichen und Merkmale des Islam und des Prophetentums erzählten und verbreiteten. Was hinderte sie dann daran, diesen Vorfall zu erzählen, wenn er wahr wäre. Die Tatsache ist, dass einzig und allein Abu Huraira den Vorfall erzählt, als ob nur er allein seine Mutter gehört und gesehen hätte und sonst niemand es mitbekommen hat, dass diese Frau plötzlich Muslima geworden sein soll.

Fünftens, wenn Abu Hurairas Aussage wahr wäre, dass Allah ihn und seine Mutter bei allen Gläubigen beliebt gemacht hat, wie kommt es dann, dass die Mitglieder der Familie des Propheten Muhammad (s.), nämlich die Ahl-ul-Bait, welche die Oberhäupter aller Gläubigen sind, Abu Huraira eine niedrige Position zuwiesen, die von Abu Huraira erzählten Hadithe ablehnen und nichts glaubwürdig und beachtenswert finden, was Abu Huraira alleine behauptet - so sehr, dass Imam und Kalif Ali (a.) sagte:

"Fürwahr, der Mann, der am meisten über den Propheten Gottes Muhammad (s.) lügt, ist Abu Huraira Dusi." (Dusi ist sein Familienclan im Jemen, bzw. Landschaft in Jemen)

Weiterhin, wenn Abu Huraira von den Gläubigen geliebt wurde und er sie liebte, warum redete Kalif Omar ihn folgendermaßen an, als er ihn als Gouverneur von Bahrain absetzte:

"O Feind Allahs und Feind des Heiligen Qur'an, du hast das Eigentum Allahs unterschlagen!" ?

Wie kann ein Feind Allahs und ein Feind des Heiligen Qur'an bei allen Gläubigen beliebt sein und ihr Geliebter sein!? Und während der Tage des Propheten Muhammad (s.) versetzte Omar dem Abu Huraira einen Schlag auf die Brust, dass er bewusstlos auf seinen Rücken fiel, und nach dem Tode des Heiligen Propheten Muhammad (s.) schlug er ihn mit der Peitsche, bis Abu Hurairas Rücken blutete und Abu Huraira musste die tausend Dirhams wieder zurückgeben, die er aus dem Eigentum der Staatskasse unterschlagen hatte, und er musste das Geld zurückgeben. Zum dritten Mal schlug dann Omar den Abu Huraira und sprach:

"Abu Huraira, du hast dem Propheten Gottes zu viele Hadithe angedichtet, und ich muss dich bekämpfen, denn du lügst gegen den Propheten Gottes."

Einstmals sagte Omar zu Abu Huraira:

"Du lässt es besser bleiben, Hadithe zu erzählen, anderenfalls verbanne ich dich nach Dus (im Jemen) oder ins Affenland."

(Quelle: Kansul Ummal von Ibn Asakir, Band 5,p.239, Hadith Nr. 4857)

Es gibt ähnliche Zwiste zwischen Abu Huraira und anderen, wie Abdullah bin Abbas, Ayscha und dergleichen, die das Märchen von der Liebe zwischen Abu Huraira und ihnen widerlegen.

Natürlich, während seiner späteren Jahre existierte Liebe zwischen ihm und der Familie von Abul Aas, der Familie von Abu Muit und der Familie von Abu Sufyan. Sie liebten ihn sehr wegen seiner Hadithe, in denen sie Stützen für ihre falsche Herrschaft fanden, und er liebte sie deswegen sehr, weil sie ihn mit Gunsten überschütteten, wodurch sie ihn aus dem unbekannten Status zur Stufe des Ruhms und der Ehre hochhoben.

Zum Beispiel machte der Gouverneur Marwan bin Hakam ihn während seiner Abwesenheit zu seinem Statthalter in Medina. Als sich Abu Huraira die tödliche Krankheit zuzog, behandelte Marwan ihn mit großer Reverenz und war sehr fürsorglich zu ihm. Marwan besuchte Abu Huraira, um sich über dessen Gesundheit zu erkundigen, und er betete für dessen Genesung. Marwan besuchte Abu Huraira in dessen letzten Tagen ebenfalls. Als er ihn verließ und wegging, folgte ihm ein Mann nach und sagte ihm, dass Abu Huraira nunmehr tot sei. Der Trauerzug zum Friedhof wurde von Marwan an der Spitze angeführt, die Söhne Osmans trugen den Sarg, bis man den Friedhof Baqi erreichte. Dort hielt Walid bin Utba bin Abi Sufyan das Begräbnisgebet. Dann schickte er die Nachricht vom Tode Abu Hurairas zu seinem Cousin Muawiya (in Damaskus), und dieser befahl, dass den Erben Abu Hurairas zehntausend Dirhams gegeben werde, und die Erben sollten großzügig behandelt werden. Diese Vorfälle schildern, wie die Omayyaden Abu Huraira unterstützten und liebten. Waren ausgerechnet diese Leute, die die Familie des Propheten (s.) bekämpften, die Gläubigen, die gemäß Abu Huraira aufgefordert wurden, ihn zu lieben und die zu lieben er aufgefordert wurde? Wie absurd wäre das!

32. Abu Hurairas Sklave während der Wanderung (von Jemen nach Medina)

Buchari berichtete in seinem Sahih-Werk, Band 3, Seite 5, durch seine Quellen, die bis Abu Huraira reichen, dass er sagte:

Als ich zum Heiligen Propheten hinwanderte, sprach ich unterwegs: "Welch eine lange und lästige Nacht, wiewohl ich dem Lande des Unglaubens entronnen bin."

Abu Huraira erzählte weiter:

"Unterwegs flüchtete mein Sklave. Dann kam ich zum Heiligen Propheten, und ich leistete ihm den Treueid. Als ich bei ihm war, tauchte der Sklave auf. Der Heilige Prophet sagte zu mir: "O Abu Huraira, ist dieser Mann dein Sklave?" Ich sagte: "Er ist nun frei in Gottes Namen." Und ich gab ihm die Freiheit. "

Bemerkungen

Sicherlich verblüfft Abu Huraira die Gemüter und verwirrt das Verständnis der Leute, wenn er sagt, dass er als Waisenkind aufwuchs, dass er als einfacher Bettler dahinwanderte, dass er für diesen Mann und für jene Herrin arbeitete, nur ums bloße Essen, dass er gelegentlich als Reitknecht diente – und dann behauptet er zur gleichen Zeit, dass er einen Sklaven besaß, dem er in Gottes Namen die Freiheit schenkte! Die Lage ist anscheinend diese, dass er dieses Hadith während der letzten Tage seines Lebens erzählte, als er mit der Gunst Marwans und der Familie des Abu Sufyan überschüttet wurde, und so vergaß er seinen eigenen Zustand während der Tage seiner Wanderung oder zuvor oder danach, als er ein Bettler in Medina war und den Leuten fürs bloße Essen diente und daher eine gänzlich unbekannte Gestalt war.

33. Eine erdichtete Geschichte, die darauf abzielt, dass das Geben von Almosen zu guten Ergebnissen führt

Muslim berichtete in seinem Sahih-Werk, Band 2, Seite 533, von Abu Huraira, der den Heiligen Propheten Muhammad (s.) diese Geschichte erzählen lässt:

"Da war ein Mann in einem dürren Landstück. Er hörte eine Stimme in der Wolke sagen: "Ich gehe dahin, um den Obstgarten von Soundso zu bewässern." Dann ging die Wolke dahin und goss ihm Wasser auf jenen Obstgarten, während ein Mann dort stand und das Wasser mit seiner Schaufel ableitete. Er sagte zum Gärtner:
"O Gottesknecht, wie ist dein Name?" Der Gärtner nannte seien Namen Soundso, und es war der gleiche Name, wie er aus der Wolke erschallt war. Der Gärtner fragte: "Warum wolltest du meinen Namen wissen?" Der Mann (mit dem trockenen Landstück) sagte: "Weil ich eine Stimme in der Wolke hörte, die dieses Wasser enthielt. Die Wolke sagte zu mir: "Ich gehe dahin, um den Obstgarten von Soundso zu bewässern! - und sie nannte dich. So, was wirst du in dieser Sache tun?" Der Gärtner erwiderte: "Da du mir all dies erzählt hast, werde ich beobachten, welche Früchte der Garten hervorbringt, und dann werde ich ein Drittel der Früchte an arme Leute geben."

Bemerkungen

Das Erzählte ist eine absurde Unmöglichkeit, weil es gegen die Normen der Natur verstößt. Offenbar hat Huraira diese Geschichte aus seiner Fantasie heraus erdichtet, um die Verdienste der Almosen zu beschreiben, und er ließ die Geschichte vom Heiligen Propheten Muhammad (s.) erzählen, weil er seine Phantasiegeschichte glaubwürdig machen wollte. Bedauerlicherweise sind derartige Märchen mit die Ursache für eine ganze Reihe von Aberglauben unter manchen unwissenden Muslimen, die den Unterschied von Wundern als Bestätigung des Propheten oder einer anderen reinen Person und unnatürlichen märchenhaften Phänomenen nicht unterscheiden können.

Wir können nur rezitieren:

La haula wa la quwwata illa billahil aliyyil azim (keine Macht und Kraft außer von Gott, dem Herrn aller Welten).

34. Eine andere Geschichte über die guten Konsequenzen, wenn ein Eid geleistet wird

Buchari berichtete in seinem Sahih-Werk, Band 2, Seite 26, dass Abu Huraira den Heiligen Propheten Muhammad (s.) folgende Geschichte erzählen ließ:

"Ein Mann vom Volke Israel bat einen anderen Israeliten, er solle ihm tausend Dinare leihen. Der andere verlangte von ihm, er solle einen Zeugen bringen, der mit seinem Zeugnis einstehe. Der Erstere erwiderte: "Gott genügt als Zeuge." Der andere sagte: "In diesem Falle bringe einen Bürgen." Der erste sagte: "Gott genügt als Bürge." Der andere sagte: "Du hast Recht!", und er gab ihm das Darlehen für eine bestimmte Zeitspanne.

Der erste Mann befuhr das Meer und machte Geschäfte. Dann suchte er ein Schiff, um den Gläubiger zur bestimmten Zeit zu erreichen, aber er bekam kein Transportmittel. So nahm er einen Stab, höhlte ihn aus, schob die eintausend Dinare hinein, zusammen mit einem Brief für seinen Freund, und er verschloss den ausgehöhlten Stab und warf ihn ins Meer. Dann schrie er: "O Gott, sicherlich weißt du, dass ich Soundso bat, mir eintausend Dinare zu leihen, er verlangte von mir einen Bürgen, und ich sagte, Gott genügt als Bürge, und er stimmte mir zu. Dann verlangte er nach Zeugen, und ich sagte, Gott genügt als Zeuge, und er stimmte mir zu. Dann wollte ich ein Schiff erreichen, um sein Darlehen zurückzugeben, aber ich bekam keines, daher vertraue ich Dir jetzt das Darlehen an." Und er warf den ausgehöhlten Stab (mit dem Darlehen darin) ins Meer, der Stab versank, und der Israelit ging hinweg. Nun, der Gläubiger hielt Ausschau nach dem Schiff, das ihm das Geld zurückbringen würde. Da sah er den Holzstab, der sein Geld enthielt; er nahm den Holzstab nach Haus zu seiner Familie, er wollte ihn verschnüren, aber als der Holzstab zerbrach , fand er Geld und Brief. "

Bemerkungen

Die Geschichte ist gewiss zu weit hergeholt, um glaubhaft zu sein. Weder der Islam noch die Vernunft erlauben, eintausend Dinare ins Meer zu werfen; noch entledigt sich so der Leihende seiner Pflicht, die Schuld zurückzuzahlen, wenn das Geld den Gläubiger nicht erreicht. Der Kluge betrachtet solch ein Tun als Torheit oder Verrücktheit und meint, dass solch ein Tun vermieden werden sollte. Selbst wenn man annimmt, dass der Vorfall tatsächlich bei den Israeliten passierte oder bei irgendeinem anderen Volk, dann hätte der Heilige Prophet Muhammad (s.) den Vorfall nicht erzählt, ohne eine Mahnung zu geben, das man so nicht handeln soll, denn hätte er die Geschichte ohne solche Ermahnung erzählt – wie es in der Version dieses Hadith steht – wären die Leute seiner Gemeinde in Irrtum geraten, und solch eine Unterlassung vonseiten des Heiligen Propheten Muhammad (s.) ist nicht möglich.

Nichtsdestoweniger, Abu Huraira erfand diese erdichtete Geschichte, weil er die möglicherweise erst spätere Erfüllung eines unerfüllten Abkommens verteidigen wollte, und er schob die Geschichte dem Heiligen Propheten Muhammad (s.) unter, um sie glaubwürdig zu machen. Nicht zuletzt fordert der Heilige Qur'an die Gläubigen mehrfach auf, weder beim Abschluss eines Vertrages noch bei der Erfüllung dem Teufel eine Chance zu geben und daher u.a. auch Zeugen und/oder schriftliche Verträge einzubeziehen. Obige Geschichte ist aber eine einzige Eröffnung für jeglichen Missbrauch!

35. Eine dritte Erdichtung: Wenn man dankbar für Gunsterweise ist, hat das gute Folgen; und wenn man undankbar ist, hat das negative Folgen.

Buchari berichtet in seinem Sahih-Werk, Band 2, Seite 170, dass Abu Huraira den Heiligen Propheten Muhammad (s.) erzählen lässt:

"Es gab drei Männer unter dem Volke Israel, einen Leprakranken, einen Kahlköpfigen und einen Blinden, die Gott prüfen wollte. So schickte Gott einen Engel zu den dreien. Der Engel kam zum Leprakranken und sagte: "Was begehrst du am meisten?" Der Leprakranke sagte: "Die Leute halten mich für schmutzig; deshalb möchte ich gerne eine hübsche Farbe und eine hübsche Haut haben." Der Engel rieb ihn und ging hinweg. Der Mann bekam eine hübsche Farbe und eine hübsche Haut. Dann sagte der Engel: "Welche Besitztümer begehrst du am meisten?" Der Mann antwortete: "Ein Kamel!" So gab ihm der Engel ein gefügiges Kamel und sprach: "Gott möge dich durch das Kamel segnen."

Dann kam der Engel zum Kahlköpfigen und sagte: "Was begehrst du am meisten?" Der Kahlköpfige sagte: "Schönes Haar, da die Leute mich Kahlköpfigen eklig finden." Der Engel rieb ihn und gab ihm schönes Haar. Dann sagte der Engel: "Welche Besitztümer begehrst du am meisten?" Der Mann antwortete: "Die Kuh!" So gab ihm der Engel eine trächtige Kuh und sprach: "Allah möge dich durch die Kuh segnen."

Dann kam der Engel zum Blinden und sagte: "Was begehrst du am meisten?" Der Blinde sagte: "Möge Gott mein Augenlicht wieder herstellen!" So rieb der Engel es, und Allah gab ihm wieder das Augenlicht. Dann sagte der Engel: "Welche Besitztümer begehrst du am meisten?" Der Mann antwortete: "Ziegen!" So gab ihm der Engel eine trächtige Ziege, die bald werfen würde. Die Ziege warf, ebenso die Kuh, und ebenso die Kamelstute. Der eine Mann bekam eine Herde Kamele, der zweite Mann eine Herde Rindern, und der dritte eine Herde Ziegen.

Dann kam der Engel zum ersten Mann in der Gestalt eines Leprakranken und sagte zu ihm: "Ich bin ein armer Mann. Mein Geld ging bei der Reise drauf, und heute kann ich niemanden um Hilfe bitten außer Allah und dich. Ich bitte dich im Namen Gottes, Der dir diese hübsche Farbe und diese hübsche Haut gegeben hat, so wie die Kamele als deinen Besitzt, mir bei der Reise zu helfen.

Der Mann erwiderte: "Es gibt viele Forderungen:" Dann sagte der Engel: "Ich kenne dich. Warst du nicht ein Aussätziger? Die Leute hielten dich für schmutzig und mieden dich. Dann gab dir Gott all dies." Der Mann sagte: "Ich erbte das von meinen Eltern." Der Engel (in der Gestalt eines Aussätzigen) sagte: "Wenn du lügst, so mache dich Gott, wie du zuvor warst."

Dann kam der Engel zum zweiten Mann in der Gestalt eines Kahlköpfigen und sprach zu ihm die Worte wie beim ersten Mann, und der zweite Mann gab die gleichen Antworten, und so bemerkte der Engel (in der Gestalt eines Kahlköpfigen: "Wenn du lügst, so mache dich Gott, wie du zuvor warst." Dann kam der Engel zum dritten Mann in der Gestalt eines Blinden und sagte zu ihm:

"Ich bin ein armer Mann und ein Wanderer. Mein Geld ging bei der Reise drauf, und heute kann ich niemanden um Hilfe bitten außer Allah und dich . Ich bitte dich im Namen Gottes, Der dir dein Augenlicht wieder herstellte, gib mir eine Ziege, mit der ich meine Reise zu Ende bringe." Der dritte Mann sagte: "Ich war blind, aber Gott stellte mein Augenlicht wieder her. Ich war verelendet, Gott machte mich reich. So nimm, was immer du möchtest. Bei Gott, über nichts will ich mit dir streiten, was ich im Namen Gottes empfing." Der Engel (in Gestalt eines Blinden) sagte dann: "Behalte, was immer du hast, denn ich habe euch drei einer Prüfung unterzogen. Allah ist mit dir zufrieden, aber mit deinen beiden Freunden ist Er nicht zufrieden."

Bemerkungen

Offensichtlich ist dies eine erfundene Geschichte, gesponnen von Abu Huraira auf den Linien der Phantasie, und laufend geschrieben und popularisiert in den modernen Tagen; auch diese Geschichte zielt darauf ab, die Folgen von Dankbarkeit für die Gunst Gottes zu beschreiben, und auch die Folgen, wenn sie nicht gewürdigt werden. Tatsächlich ist sie so rührend, dass man sie fast glauben möchte. Wiederum aber wird der Grundsatz der Wunder außer acht gelassen, dass derartige Erscheinungen grundsätzlich nur zur Bestätigung von Auserwählten Gottes dienen und als Beweis für die anderen! Alle diese Faktoren sind in diesen Geschichten nicht gegeben. Vielmehr wird hier durch die Gewöhnlichkeit der Geschichte - die ja scheinbar jedem Unbekannten jederzeit durch jeden unbekannten Engel passieren kann - die Bedeutung einer anderen sehr entscheidenden Geschichte aus der Prophetenzeit heruntergewürdigt. Damals kam der Engel Gabriel in drei aufeinanderfolgenden Nächten in das Haus Alis und Fatimas (a.) als Bettler gekleidet und erbat das wenige Essen, welches die beiden mit ihren jungen Kindern Hassan und Hussain nach gelobten Fastentagen zu sich nehmen wollten. Er erhielt es jeweils, so dass diese heiligen Personen weiter hungerten, bis schließlich der Engel in der dritten Nacht der Familie die besondere Liebe Gottes verkündete. Derartige unbestreitbare und bei allen Muslimen bekannte Tatsachen sollten offensichtlich durch erfundene Geschichten "relativiert" werden, nach dem Motto: Das kann doch jedem passieren!

36. Vierte erfundene Geschichte: Unterdrückung hat böse Folgen

Buchari berichtet in seinem Sahih-Werk, Band 2, Seite 149, und Muslim in seinem Sahih-Werk, Band 2, Seite 445, berichteten, dass Abu Huraira den Heiligen Propheten Muhammad (s.) erzählen ließ,

"Eine Frau musste in die Hölle eintreten wegen einer Katze, die sie fesselte und nicht fütterte, noch ihr gestattete, für sich selbst Futter von den Insekten der Erde zu finden. "

Bemerkungen

Diese Hadith wurde von Ayscha (eine Frau des Propheten) bestritten, denn als sie diese Hadith hörte, sagte sie:

"Ein Gläubiger ist mehr Wert vor Allah als eine Katze, als dass Er ihn bestrafe nur wegen einer Katze. Wenn du so vom Propheten Gottes erzählst, solltest du vorsichtig sein, was du erzählst."

Sicher gehört es zu den verurteilungswürdigen Taten, ein Gottesgeschöpf zu quälen. Aber die Behauptung, dass jemand allein deshalb in die Hölle eintreten werde, völlig unabhängig von allen anderen Taten im Leben und seinem Verhalten gegenüber den Menschen, ist absurd und irreführend!

37. Fünfte erfundene Geschichte: Barmherzigkeit hat gute Folgen

Buchari berichtet in seinem Sahih-Werk, Band 2, Seite 35, und in Band 4, Seite 36, dass Abu Huraira den Heiligen Propheten Muhammad (s.) erzählen ließ:

"Allah verzieh einer Hure, die einen Hund sah, der am Rande eines Brunnenschachtes stand und vor Durst fast einging. So zog sie ihren Schuh aus, Band ihn an ihren Gesichtsschleier und zog Wasser mit dem Schuh heraus und ließ den Hund trinken. So verzieh Allah der Hure als Belohnung für ihre Tat."

Diese Geschichte wird zusammen mit der nächsten analysiert.

38. Eine erfundene Geschichte mit der gleiche Absicht wie bei der vorherigen

Buchari berichtet in seinem Sahih-Werk, Band 2, Seite 35, und in Band 4, Seite 36, von Abu Huraira, der den Heiligen Propheten Muhammad (s.) erzählen lässt:

"Ein Mann ging seines Weges, als er ganz durstig wurde. Er kam zu einem Quellenschacht, stieg zur Quelle hinunter, trank Wasser und kam heraus. Dort sah er einen Hund, der japste und die Erde vor Durst leckte. Daraufhin stieg der Mann wieder zur Quelle hinab, füllte seinen Schuh mit Wasser und brachte das Wasser hoch, indem er den Schuh mit seinem Munde hielt. Dann ließ er den Hund das Wasser trinken. Allah würdigte diese Tat und vergab dem Manne die Sünden wegen dieser Tat."

Bemerkungen

Es entstammt Abu Hurairas persönlichem Lebenswandel, dass er Geschichten erfindet, um die guten Folgen der Freundlichkeit und der Tierliebe zu zeigen und um die Praxis der Freundlichkeit und des guten Verhaltens zu loben. Allerdings übertreibt er dabei derart, dass die Unglaubwürdigkeit hervorsticht. So wäre es absolut ungerecht, wenn Gott einer Prostituierter, die ein Leben lang gesündigt und viel Unheil in die Gesellschaft getragen und vielen Menschen wie auch ihrer eigenen Seele so viel Sündhaftes zugetragen hat, nur deshalb alles vergibt, weil diese einem Hund geholfen hat. Genau so wäre es ungerecht, wenn ein Mensch, noch bevor er seine Tat bereuen und sie wieder korrigieren konnte, für die Hölle bestimmt wäre, weil er ein Tier gequält hätte. Derartige Überlieferungen dienten aber auch dazu, den Lebenswandel der späteren omayyadischen Herrscher vor Kritik zu schützen, denn die haben nicht nur Tiere gequält, sondern die Familie des Propheten. Und die Palästen der omayyadischen Herrscher waren voller Huren!

Mehr dazu wird aber nach der nächsten Geschichte erläutert.

39. Ein ungewöhnlicher Ungläubiger, dem Gott verzieh

Muslim in seinem Sahih-Werk, Band 2, Seite 444, berichtete von Moammar, der sagte, Sohri habe zu ihm gesagt:

"Darf ich dir zwei seltsame Hadithe erzählen? Hamid bin Abdurrahman erzählte sie von Abu Huraira, der den Heiligen Propheten Muhammad (s.) sagen läßt: Ein Mann beging Exzesse gegen sich selbst. Als der Tod an ihn herantrat, machte er seinen Söhnen ein Testament: "Wenn ich tot bin, verbrennt mich, dann zerstampft meine Asche, dann blast mich in den Wind übers hohe Meer, denn bei Allah, wenn mich mein Herrgott ergreift, wird Er mir eine Strafe auferlegen, wie Er sie noch keinem anderen auferlegt hat." Die Söhne taten dementsprechend. Da befahl Allah der Erde:
"Gib heraus, was du bekommen hast." Und der Mann stand da. Allah sagte dann zu ihm: "Was hat dich dazu gebracht, so zu tun?" Der Mann erwiderte: "Die Furcht vor dir, mein Herrgott." Daraufhin verzieh Allah dem Manne."

Es sei hier wiederholt: Sohri sagt auch, dass Hamid bin Abdur Rahman von Abu Huraira erzählte, dass der Heilige Prophet (s.) sagte:

"Eine Frau musste in die Hölle eintreten wegen einer Katze, die sie fesselte und nicht fütterte, noch ihr gestattete, für sich selbst Futter von den Insekten der Erde zu finden. "

Bemerkungen

Was die Frau mit der Katze anbelangt, falls sie eine Gläubige war, dann sollte sie, wie es Ayscha beim Hören dieser Geschichte sagte, zu wertvoll vor Allah sein, als dass sie wegen einer Katze gleich mit der geballten Strafe des Höllenfeuers bestraft wird. Und falls sie keine Gläubige war, dann wiegt ihr Unglaube bestimmt schwerer als die Misshandlung einer Katze.

Was den Mann anbelangt, der Exzesse begangen hat, gemäß der Version des Hadith, hat er Vergebung nicht verdient, denn er verharrte an seiner Häresie nicht allein sein ganzes Leben lang, sondern blieb auch zur Zeit seines Todes hartnäckig in seiner Haltung, da er an Gottes Gnade verzweifelte und sich in eine Lage bringen wollte, wo er gemäß seiner Meinung Allahs Macht entfliehen könne, wiewohl Allahs Macht jedes Ding beherrscht. Deswegen machte er das verbrecherische Testament, das seine Verzweiflung an der Gnade Gottes und seine Leugnung der Allmacht Gottes zeigte. Gewiss, solch ein "Gläubiger" verdient keine Vergebung, noch hat er nach einmütiger Meinung aller Vergebung verdient.

Selbst wenn man annehmen würde, dass solch ein merkwürdiges Testament dieses Sünders verantwortlich für Vergebung war, so ist es nicht möglich, dass der Heilige Prophet Muhammad (s.) diese Geschichte erzählte, ohne dass er die Mahnung aussprach, dass solch ein Tun verboten ist, denn hätte er die Geschichte ohne solch eine Mahnung erzählt, wie Abu Huraira glauben machen will, so würden die Gläubigen in Irrtum geführt werden, und es ist offenkundig unmöglich, dies dem Heiligen Propheten anzudichten.

Alle derartigen Möchtegernüberlieferungen haben aber immer wieder das gleiche Ziel: Die in Saus und Braus lebenden und vor keiner Sünde haltmachenden späteren omayyadischen Kalifen sollten vor Kritik geschützt werden mit dem Gedanken, dass diese möglicherweise trotz all ihrer Sünden und Verbrechen doch eines Tages in den Himmel eingehen könnten. So kam unter manchen Muslimen der Zweifel auf, ob man überhaupt einem verstorbenen Verbrecher etwas nachsagen darf. Das alles diente dem Schutz der unislamischen Gewaltherrschaft im Namen des Islam, und Abu Huraira wurde für seine Dienste von diesen Herrn reichlich belohnt. Noch abenteuerlicher wird es diesbezüglich in der nächsten Geschichte.

40. Ein Sünder bereut vor Allah, wiederholt aber dann die Sünde, daraufhin sagt Gott zu ihm: "Mache, was du willst, denn ich habe dir vergeben."

Gemäß Muslim in seinem Sahih-Werk, Band 2, Seite 445, ließ Abu Huraira den Heiligen Prophet Muhammad (s.) folgendes erzählen:

"Ein Mann beging eine Sünde, dann sagte er: "O Allah, verzeih mir!" Allah sagte: "Einer meiner Knechte beging eine Sünde, dann bemerkte er, dass er einen Herrgott hat, Der die Sünden vergibt und die Sünden in Betracht zieht." Dann wurde der Mann wieder rückfällig, beging die Sünde und sagte: "O mein Herrgott, verzeih mir meine Sünde." Allah sagte dann: "Einer meiner Knechte beging eine Sünde, dann bemerkte er, dass er einen Herrgott hat, Der die Sünden vergibt und die Sünden in Betracht zieht. Tue, was immer du willst, denn Ich habe dir vergeben."

Bemerkungen

Diese Hadith, wie auch die vorherigen, entstammen allesamt der zielbewussten Phantasie Abu Hurairas, immer im Hinblick auf die Reinsprechung der omayyadischen Sünder. Dadurch will Abu Huraira angeblich das große Ausmaß der Göttlichen Eigenschaft des Vergebens zeigen, aber tatsächlich sind Gottes Verzeihung und Gottes Gnade viel zu groß und viel zu ausgedehnt, um irgendeiner bildlichen Beschreibung zu bedürfen, damit man an sie glaube. In der Tat ist die unendliche Barmherzigkeit Gottes verständlich durch Vernunft und durch die Verse im Heiligen Qur'an und (echte) Hadithe, die sogar auch von allen Religionen einmütig akzeptiert werden.

Es ist offensichtlich, dass Allah nicht nachsichtig zu einem Menschen sein kann, der bewusst das Verbotene begeht und darauf besteht. Wie ist es dann möglich, dass ein Mensch Sünde begehen mag, dann um Verzeihung bittet, wieder die Sünde begeht und wieder um Verzeihung bittet und seine Tat immer wiederholt, bis Allah ihm sogar für die Zukunft gestattet, sein Sündigen weiter zu betreiben, da Er ihm im Voraus vergeben hätte? Und durch welche Tat kann dieser Mann solch eine Freiheit verdienen zu sündigen, wenn es sehr gut bekannt ist, dass selbst die Propheten, ihre wahrhaftigen Bezeuger und die Gottesgesandten solch eine Freiheit nicht hatten?

Es gibt zahlreiche derartige Phantasiegeschichten selbst über Tyrannen, die von Abu Huraira erzählt werden, um die Schwere ihrer Verbrechen zu verringern. Beispielsweise sagte er:

"Ich hörte den Propheten Gottes sagen: Der Todesengel trat an einen Mann heran, der im Sterben lag, aber er fand keinerlei Tugend in ihm. Der Todesengel öffnete das Herz des Mannes, aber auch dort fand er nichts Gutes. Dann öffnete der Todesengel die Kieferknochen des Mannes, und er fand ein Zungenstück, das den oberen Kiefer berührte, da der Mann die Losung sprach "Kein Gott außer Gott!" So verzieh ihm Allah."

(Quelle: Tarikh-i Bagdad von Chatib, Band 9, Seite 125)

Dennoch haben die Überlieferungen Abu Hurairas ihre Wirkung beim Volk nicht total verfehlt, und so mancher hatte damals wie heute Scheu davor, Gewaltherrscher, die im Namen des Islam den Missbrauch der Religion betreiben, offen anzuprangern.

Unter den verleumderischen Hadithen Abu Hurairas zum Schutze omayyadischen Fehlverhaltens mag auch an die folgende erinnert werden:

"Das rituelle Pflichtgebet war angeordnet und die Gebetsreihen waren bereit. Da stand der Prophet Gottes von seiner Gebetsmatte auf und sagte, er wäre Dschunub (d.h. im Zustand der größeren rituellen Unreinheit)."

Aufrichtige Muslime aller Rechtsschulen müssten sich darin einig sein, dass sie mit solchen absurden Anschuldigungen gegen den Heiligen Propheten Muhammad (s.) nichts zu tun haben wollen, denn es ist allseits bekannt, dass der Prophet immer die vollkommene rituelle Reinheit zu jeder Stunde pflegte, und in der Tat sind alle Propheten frei von solchen Unreinheiten.

Im gleichen Stil dient Abu Hurairas Hadith, worin die Überlegenheit des Heiligen Propheten Muhammad (s.) über Moses geleugnet wird, oder Abu Hurairas Hadith, dass wer immer sagt, der Heilige Prophet Muhammad (s.) sei Yunus bin Mata überlegen, ein Lügner sei, nur dem Ziel, die hohe Stellung des Propheten zu erniedrigen. Aber alle muslimischen Gelehrten stimmen darin überein, dass der Heilige Prophet Muhammad (s.) der Größte aller Propheten Gottes ist, wie es durch klare, unzweideutige, verlässliche und wahre Argumente bewiesen wird.

Die Gewaltherrschaft der Omayyaden ging einher mit dem Streuen von Zweifeln über Paradies und Hölle und über die zu erwartende Bestrafung und Belohnung für die eigenen guten Taten wie auch der Verbrechen der Gewaltherrscher. Und diese Zweifel wurden dann garniert mit angeblichen Schwächen der Propheten, wie z.B. in folgenden Überlieferungen, die Abu Huraira von sich gibt:.

"Der Prophet Abraham wurde beschnitten, nach dem er schon über achtzig Jahre alt war."

(Quelle: Sahih von Buchari, Band 4, Seite 65)

"Der Prophet Jesus sah, wie ein Mann stahl, und er sagte zu ihm:

"Hast du gestohlen?" Der Mann sagte: "Nein, bei Dem, Der der Alleinige Gott ist." So bestätigte Jesus den Mann und glaubte nicht seinen Augen. "

Noch abenteuerlicher wird es, wenn es um Abu Hurairas Schöpfungsgeschichte geht, die er als Prophetenwort wiederzugeben behauptet:

"Als Allah Adam schuf, rieb Er dessen Rücken, und von Adams Rücken fiel jede Seele herab, die bis zum Tage des Gerichts erschaffen werden sollte; dann machte Gott zwischen den beiden Augen eines jeden Menschen einen Leuchtpunkt, und dann stellte Er sie vor Adam. Adam fragte: "Wer sind diese, o Herrgott?" Allah erwiderte: "Deine Nachkommenschaft." Unter ihnen bemerkte Adam einen Mann, dessen Leuchtpunkt ihn sehr verwunderte; daher sagte Adam: "Wer ist das?" Allah sagte: "Dein Sohn (Nachfahre) David." Adam fragte: "Welches Alter hast Du ihm gegeben? " Allah sagte: "Sechzig Jahre." Adam sagte: "Mein Herrgott, füge seinem Alter noch vierzig Jahre hinzu, so dass sein Alter auf hundert Jahre kommt." Allah sagte: "Wenn es geschrieben und versiegelt ist, wird es nicht mehr geändert." Nun, als Adams Lebenszeit vorüber war, trat der Todesengel an ihn heran, um ihn sterben zu lassen, und Adam sagte: "Bleiben nicht vierzig Jahre meiner Lebenszeit übrig?" Der Todesengel sagte zu Adam: "Hast du nicht vierzig Jahre an deinen Sohn (Abkömmling) David abgetreten!?" Aber Adam wollte das nicht anerkennen, und auch nicht seine Nachkommenschaft.

(Quelle: Mustadrak von Hakim, Band 2, Seite 325, und Talkhisul Mustadrak von Sahabi)

Hier wird die absurde Behauptung aufgestellt, als wenn jemand einen Teil seines Lebens für jemand anderen abtreten könnte. Aber selbst das entsprach der Strafpraxis mach omayyadischer Gewaltherrscher und soll hier offensichtlich religiös legitimiert werden.