Buchari in seinem Sahih-Werk, Band 1, Seite 42, und Muslim in seinem Sahih-Werk berichteten durch eine Erzählerkette, die bei Abu Huraira endet, der sagte:
"Der Prophet Hiob war beim Baden, als eine goldene Heuschrecke auf ihn fiel. Darauf begann Hiob, die Gold-Heuschrecke in seinem Gewande zu verstecken. Da tadelte Gott Hiob mit den Worten: "Habe ich dich nicht reicher gemacht, als was du siehst?" Hiob sagte: "Gewiss, bei Deiner Ehre, es gibt keine Reichtümer, die besser als Deine Segnungen wären."
Bemerkungen
Niemand als ein von geistiger Blindheit geschlagener Mensch kann dieses Hadith Abu Hurairas glauben.
Erstens, die Erschaffung einer goldenen Heuschrecke wäre ein ungewöhnliches Zeichen Gottes, und solche Zeichen sind den Propheten als Beweis ihres Prophetentums gewährt, so dass die Leute, die das ungewöhnliche Phänomen sehen, dem Glauben an das Prophetentum folgen. Hier (in dem Hadith Abu Hurairas) badete der Prophet Hiob ganz allein. Aber wenn dabei eine goldene Heuschrecke herabfällt, kann sein Prophetentum nicht vor den Leuten bewiesen werden.
Zweitens, wenn die Gold-Heuschrecke auf ihn fiel und er sie im Gewande versteckte, so verhielt er sich nicht natürlich, denn er hätte die Gold-Heuschrecke als eine Wohltat Gottes annehmen und dafür gebührlich danken sollen, denn anderenfalls hätte Hiob die Gold-Heuschrecke nicht für eine Wohltat Gottes gesehen und anerkannt, was aber von den Propheten nicht anzunehmen ist.
Drittens ist es wohl bekannt, dass wenn die Propheten irgendwelche irdischen Reichtümer bekommen, sie diese für die Sache Gottes ausgeben; sie fördern damit ihre Pläne für die Wohlfahrt der Gesellschaft und des einfachen Volkes und weniger für den eigenen Genuss.
Buchari in seinem Sahih-Werk, Band 2, Seite 114, und Muslim in seinem Sahih-Werk Band 2, Seite 247, berichteten durch eine Erzählerkette, die bis Abu Huraira reicht, dass er sagte:
"Eine Ameise biss Musa bin Imran (Moses), und er befahl, dass die ganze Ameisenkolonie verbrannt werde, und sie wurde verbrannt. Daraufhin offenbarte Gott dem Moses: "Eine einzige Ameise hat dich gebissen, aber du hast die gesamte Ameisenkolonie verbrannt, während die Ameisen mich zu verherrlichen (rühmen, lobpreisen) pflegten."
Bemerkungen
Offenbar ist Abu Huraira drauf versessen, dass die Gottesgesandten ungewöhnliche Dummheiten ausüben, wodurch die Augen geschmerzt und der Verstand gequält werden. Jedoch sind die Propheten viel zu nachsichtig und zu geduldig, als dass sie all das tun könnten, was törichte Leute ihnen zuschreiben.
Hier sei der Statthalter des Heiligen Propheten Muhammad (s.) zitiert, nämlich Imam und Kalif Ali (a.), der in einer seiner Reden sagt:
"Bei Allah, selbst wenn mir der Reichtum aller sieben Welten unter ihrem Himmel gegeben wird, aber ich müsste dafür einer Ameise ihr Gerstenkorn wegnehmen, so würde ich das nicht tun. Sicherlich ist in meiner Sicht diese eure Welt niedriger an Wert als das Pflanzenblatt im Munde einer Heuschrecke, das gefressen wird. Was hat Allah zu tun mit den Genüssen, die vergehen, und mit der Freude, die nicht andauert!"
Das ist Imam Alis (a.) Ansicht, der kein Prophet war, sondern nur ein Amtsnachfolger des Heiligen Propheten Muhammad (s.) und sein Bezeuger. Was ist dann mit einem Manne, dem Allah als seinen Propheten auserwählt hat und ihm (Moses) die Auszeichnung gegeben hat, direkt mit Gott zu sprechen! Allah und Seine Propheten stehen weit über dem, was die Dummen ihnen vorwerfen.
Es ist überraschend, wie jene, die dieses Hadith für echt halten, glauben können, dass ein Prophet wie Moses eine Ameise dadurch bestrafte, dass er die ganze Ameisenkolonie verbrannte. Aber der Heilige Prophet Muhammad (s.) sagte klar, dass es allein Allah zusteht, mit Verbrennen zu bestrafen. Es herrscht Einmütigkeit, dass Lebewesen nicht durch Verbrennen getötet werden sollten. Nur wenn ein Mensch einen anderen verbrennt, ist der rechtmäßige Rächer berechtigt, den Mörder durch Feuer zu töten. Abu Dawud berichtete in Buchari und Muslim, gestützt auf Ibn Abbas, dass der Heilige Prophet Muhammad (s.) das Töten u.a. von Ameisen, Bienen, Schwänen und Pfauen verboten hat.
Buchari und Muslim berichteten in ihren Sahih-Werken beim Thema Vergesslichkeit, dass Abu Huraira erzählte, der Heilige Prophet Muhammad (s.) habe einstmals beim Nachtgebet oder beim Nachmittagsgebet nur zwei Rakat (Gebetsabschnitte) gebetet, dann habe er den Friedensgruß gesprochen; und dann stand der Prophet auf, ging zur Kanzel im Vorderteil der Moschee und legte die Hand an einen Pfosten. Unter den Moscheebesuchern waren Abu Bakr und Omar, aber sie getrauten sich nicht, deswegen (wegen des unvollständigen Gebets) den Propheten anzusprechen. Dann stürzten sich die Leute auf den Propheten, und sie sagten: "Hast du das Pflichtgebet (Salat) abgekürzt?" Und ein Mann, dem der Heilige Prophet (s.) den Namen Dhul-Yadain gegeben hatte, fragte: "Hast du vergessen, oder hast du abgekürzt?" Der Heilige Prophet Muhammad (s.) sagte: "Weder habe ich vergessen, noch habe ich abgekürzt." Dhul-Yadain sagte dazu: "Dann hast du vergessen!" Daraufhin sprach der Prophet zwei Rakat (nachträglich), rezitierte den Friedensgruß, rezitierte dann die Lobpreisung "Allahu-Akbar" (Gott ist am Größten) und verrichtete die Niederwerfung .
Bemerkungen
Dieses Hadith Abu Hurairas enthält eine Niederwerfung des Propheten wegen Vergesslichkeit; aber dieses Hadith ist aus mehreren Gründen nicht akzeptabel.
Erstens, solch eine grobe Vergesslichkeit passiert nur dann, wenn ein Mensch beim Beten gar nicht an das rituelle Gebet denkt und ganz andere Gedanken hegt. Dies geschieht bei jenen, die beim Gebete unaufmerksam sind. Gewiss, die Propheten Gottes sind weit entfernt von solchen Abweichungen, und solch eine Tat der Vergesslichkeit wurde über gar keinen Propheten gehört, und noch viel weniger vom größten und letzten Propheten, der über alle solche Beschuldigungen erhaben ist.
Zweitens, die Hadith Abu Hurairas zeigte, dass der Heilige Prophet Muhammad (s.) zunächst leugnete, das Pflichtgebet abgekürzt zu haben oder vergesslich gewesen zu sein, um es in Gänze zu sprechen. Wie konnte er danach zustimmen, doch vergessen zu haben? Selbst wenn wir es für gegeben annehmen, dass er von solcher Vergesslichkeit nicht frei ist, so stimmen alle Muslime überein, dass er sicherlich fern von Hochmut war und ihm schnelles Daherplaudern gegen eine Tatsache fern lag..
Drittens, Abu Huraira scheint in diesem Hadith verwirrt zu sein, da seine Gedanken sich widersprachen. Einmal sagte er, dass der Heilige Prophet Muhammad (s.)ein Pflichtgebet darbrachte, entweder das Mittagsgebet oder das Nachmittagsgebet, oder das Nachtgebet, und dann legte sich Abu Huraira auf das Asr-Gebet fest. Wieder ein drittes Mal sagte Abu Huraira: "Als ich gemeinsam mit dem Propheten Gottes das Mittagsgebet verrichtete!", und er legte sich auf das Zuhr-Gebet fest. All diese Versionen sind in den Sahih-Werken Bucharis und Muslims aufgezeichnet, und die Kommentatoren der Sahih-Werke fühlen sich sehr verwirrt, die Versionen zu erklären.
Viertens, dieses Hadith Abu Hurairas zeigt klar, dass der Heilige Prophet Muhammad (s.) nach den ersten beiden Rakat seine Gebetsstelle verließ, zum (Predigt-) Posten im Vorderteil der Moschee ging, ein Gespräch mit den Leuten führte, und in dieser Weise endete das Gebet. Wie konnte er dann das Gebet fortsetzen und nur die verbleibenden zwei Rakat verrichten, nachdem die Ungültigkeit des vorigen Gebets klar geworden war?
Fünftens, der Mann, der als Dhul-Yadain in diesem Hadith genannt wird, ist in Wirklichkeit Susch Schimalain Ibn Abd Amr, ein Verbündeter der Bani Zohra, und er wurde Märtyrer in der Schlacht zu Badr - das war fünf Jahre, bevor Abu Huraira nach Medina kam und den Islam annahm. Dies wird vom Oberhaupt der Bani Zohra, Muhammad bin Muslim Zohri bestätigt, wie im Isaba-Buch von Ibn Hadschar Asgalani, im Istiab und in allen Kommentatoren der beiden Sahih-Werke Bucharis und Muslims gezeigt wird. Das wird auch von Sauri in zwei höchst verlässlichen Hadithen bestätigt, die von ihm erzählt wurden, und von Abu Hanifa, als sie dieses Hadith Abu Hurairas durchdiskutiert hatten und ein Urteil dagegen erließen, wie von Novi im Kommentar zum Sahih-Werk Muslims gezeigt wurde. Nisai zeigt ebenfalls, dass Dhul-Yadain mit Susch Schimalain identisch ist. Der gleiche Punkt wird weiter von Imam Ahmad in seinem Musnad-Werk, Band 2, Seite 271 und Seite 284 geklärt.
Es ist auch bemerkenswert, dass die Version dieses Hadith Abu Hurairas, wie sie von Muslim in seinem Sahih-Werk, Band 2, Seite 216, genommen wird, diese Worte Abu Hurairas enthält: "Als ich einst das Zuhr-Gebet (Mittagsgebet) mit dem Propheten Gottes verrichtete, rezitierte er den Friedensgruß (Salam) nach zwei Rakat..." bis zum Ende des Hadith, einschließlich des Gesprächs mit Dhul-Yadain usw. Da Dhul-Yadain in der Badr-Schlacht den Märtyrertod fand, fünf Jahre, bevor Abu Huraira nach Medina zum Heiligen Propheten Muhammad (s.) kam und den Islam annahm, ist Abu Hurairas ganzes Hadith überhaupt nicht glaubhaft.
Buchari in seinem Sahih-Werk, Band 4, Seite 71, und Muslim in seinem Sahih-Werk, Band 2, Seite 392, berichten durch eine Erzählerkette, die bei Abu Huraira endet, dass der Heilige Prophet Muhammad (s.) sagte:
"O Allah, Muhammad ist nur ein Mensch. Er gerät in Wut, wie ein Mensch in Wut gerät. Ich habe mit Dir einen Bund geschlossen: Gehe in dieser Sache nicht gegen mich vor. So, sollte irgendein Gläubiger da sein, den ich verletzte, schmähte, verfluchte oder peitschte, mache Du das eine Sühne für ihn und ein Mittel, ihm Nähe zu Dir zu gewähren."
Bemerkungen
Es ist zu beachten, dass es sich für den Heiligen Propheten Muhammad (s.) oder für irgendeinen anderen Propheten nicht gehört, irgendjemand zu verletzen, zu peitschen, zu schmähen oder zu verfluchen, der das gar nicht verdient, weder in Wut noch ohne Wut. In der Tat, die Propheten Gottes können nicht ärgerlich oder zornig sein, ohne Recht zu haben. Allah ist sicherlich zu Erhaben, dass Er den Leuten auf dieser Erde einen Propheten sendet, der von Wut überwältigt wird, so dass er jemanden verletzt, verflucht oder schmäht, der das nicht verdient, aber die Propheten sind weit davon entfernt, irgendetwas zu sagen oder zu tun, was ihre Unfehlbarkeit zerstören könnte, und sie sind fern von allem, was sich für kluge Persönlichkeiten nicht schickt.
Die Rechtschaffenen, aber auch die Bösewichte wissen alle, dass es eine schwere Sünde ist, jemanden zu verletzen, zu verfluchen oder zu peitschen, der das nicht verdient und von der alle Gläubigen Abstand nehmen. Wie kann dann diese Tat vom Oberhaupt aller Propheten und vom letzten Gottesgesandten begangen werden? Denn er soll gesagt haben:
"Einen Muslim zu verfluchen ist ein Übel!"
Gemäß eines Hadith, aufgezeichnet von Buchari in seinem Sahih-Werk, Band 4, Seite 39, sagte Abu Huraira: Es wurde zum Propheten Gottes gesagt:
"O Prophet Allahs, bete gegen die Ungläubigen." Der Prophet erwiderte: "Ich wurde nicht herabgeschickt als ein Fluch, sondern als eine Gnade." So war des Propheten Haltung zu den Ungläubigen. Wie wird er sich dann zu den Gläubigen verhalten, die Übel nicht verdienen?
Gewiss, dieses Hadith wurde von Abu Huraira während der Regierungszeit Muawiyas erfunden, um dessen Wohlwollen zu erlangen, um die Nähe zur Familie des Abil Aas und zu den anderen Omayyaden zu suchen, sowie als Schachzug gegen den Heiligen Propheten Muhammad (s.), der über eine Gruppe von Heuchlern aus den Omayyaden und über ihre Anführer Flüche aussprach, als man herausfand, dass sie andere vom Wege Allahs abhielten und Abweichungen vom Wege schufen. Der Heilige Prophet Muhammad (s.) verfluchte sie oftmals, um ihre verfluchte und degradierte Position bekannt zu machen, so dass die Muslime wissen konnten, dass die Heuchler nichts mit Allah und Seinem Propheten zu tun hatten, und damit die Religion sicher bleibe vor ihrer Heuchelei, und damit die Muslime sicher bleiben vor den destruktiven Plänen der Heuchler. All dies wurde von ihm als ein Teil seiner prophetischen Mission unter Allahs Befehl getan.
Es ist wirklich überraschend, dass die Muslime die omayyadischen Heuchler bis heute unterstützen, wiewohl sie alle Sorten von Tricks anwandten, um den Propheten zu vernichten. Sie (die Omayyaden, die Heuchler) bekämpften den Propheten; nach seinem Tode bekämpften sie seine Familie (das Haus Fatimas und Alis) mit aller ihnen zur Verfügung stehenden Kraft. Der Heilige Prophet Muhammad (s.) verfluchte sie (die Omayyaden, die Heuchler), damit Allah sie Seiner Gnade beraubt halte, und damit die Gläubigen in der Islam-Gemeinde sie meiden sollten, um vor ihrem Übel sicher zu sein.
Buchari in seinem Sahih-Werk, Band 1, Seite 143, und Muslim in seinem Sahih-Werk, Band 1, Seite 204, berichten durch eine Erzählerkette, die mit Abu Huraira endet, dass er sagte:
Der Prophet Gottes verrichtete ein Gebet, und dann sagte er: "Satan trat an mich heran und tat sein Möglichstes, mein Gebet zu stören; aber Allah machte es mir möglich, Satan zu würgen, und es gelang mir, ihm Fesseln anzulegen, so dass ihr morgens aufstehen und ihn sehen könnt. Dann dachte ich an das Wort Salomos: "Mein Gott, gewähre mir Macht, wie sie kein anderer nach mir bekommen wird."
Bemerkungen
Zu diesem Hadith Abu Hurairas muss dargelegt werden, dass die Propheten Gottes als Auserwählte Gottes von solchen Dingen fern sind und sicher sein sollten, denn solch eine Situation ist gegen ihre Sündlosigkeit und mindert ihren Status. Gott verhindert, dass Satan die Gottesgesandten bedrängen, sich ihnen nähern oder sie gar verführen kann. Allah warnt klar den Teufel im Heiligen Qur'an:
"Gewiss hast du (Teufel) keine Macht über Meine Knechte, außer über jene von ihnen, die dir unter den Abgeirrten folgen."
Andererseits wissen die Muslim-Gemeinschaften, trotz der Unterschiede in ihren Bekenntnissen, dass Satan bei der Geburt Muhammads geschlagen wurde, und dass er verschreckt war, als Muhammad zum Propheten berufen wurde, aber sich glänzend freute, als der Prophet fliehen musste (von Mekka nach Medina); und wiederum fühlte sich Satan unbehaglich, als der Prophet aufstieg und Erfolg hatte, als der Prophet Gesetze und Ordnung schaffte usw. Satan floh wie der Strahl vor den Gebeten des Propheten, und Satan rannte davon wie der aufleuchtende Blitz vor den wertvollen und guten Wirkungen des Gebets des Propheten, die Allah ins Gebet hineingelegt hatte, wie Er sagt:
"Fürwahr, Gebet schützt den Menschen vor Übel und Laster."
Es ist gut bekannt: Wenn der Heilige Prophet Muhammad (s.) für ein Pflichtgebet aufstand, konzentrierte er sich auf sein eigenes friedvolles Selbst, und mit Hilfe seiner spirituellen Kraft trennte er sich von allem anderen außer Gott und richtete sich ganz auf Gott, wie der aufrichtigste Diener Gottes allein es kann. Sobald er die erste Takbir für das Gebet aussprach, suchte er Zuflucht bei Gott, bevor er seine (qur'anische) Rezitation begann, und er handelte dabei nach dem Befehl Gottes:
"Wenn du den Qur'an rezitierst, suche Zuflucht bei Allah vor dem verfluchten Satan."
Es ist offensichtlich: Suchte der Heilige Prophet Muhammad (s.) Zuflucht bei Allah, so gab Gott ihm Obhut, und Satan wusste das auch, selbst wenn Menschen Unwissenheit darüber vortäuschen können. Dieses Hadith Abu Hurairas widerspricht sicherlich dem hohen Range des Heiligen Propheten Muhammad (s.), und dieses Hadith ist weit davon entfernt, akzeptabel zu sein.
Zudem taucht hier eine Frage von allein auf, die den Hadith-Sammlern (Hadith-Experten) Buchari und Muslim und anderen gestellt werden muss, ob der Satan einen Körper besitzt, so dass er in Fesseln gelegt werden kann, damit ihn die Leute in diesem Zustand mit ihren Augen sehen können. Offenkundig wird niemand sagen, der Satan besitze einen physischen Körper, damit ihm all dies geschehe.
Buchari und Muslim berichteten durch eine Erzählerkette, die bei Abu Huraira endet, der sagte, wie Muslim aufzeichnet:
"Wir verbrachten mit dem Propheten Gottes eine Nacht bei einer Hochzeitsfeier, und dann wachten wir erst auf, als die Sonne schon schien. Da sagte der Prophet: "Jedermann von euch sollte mit seinem Reittier fliehen, denn dieser Ort ist vom Satan bewohnt." Wir taten dementsprechend. Dann ließ der Prophet Wasser bringen und vollzog die rituelle Waschung. Dann vollführte er zwei Niederwerfungen. Danach rüstete man sich fürs Pflichtgebet, und der Prophet machte das Morgengebet (nachträglich)."
Bemerkungen
Dieses Hadith Abu Hurairas steht klar im Widerspruch zur Führungsrolle des Heiligen Propheten Muhammad (s.), wie sich Allah an ihn wendet und im Heiligen Qur'an spricht (Sure 73, Vers 1-4):
"O du Verhüllter, steh in der Nacht zum Gebete auf, mit Ausnahme eines kleinen Teils derselben. Die Hälfte der Nacht verwende dazu, doch kannst du um ein weniges abkürzen, oder auch etwas hinzufügen, und bete den Qur'an mit singender und lauter Stimme."
Der Heilige Prophet Muhammad (s.) pflegte die ganze Nacht durchzubeten, so sehr, dass seine Füße anschwollen; deswegen kam dieser qur'anische Vers. So offenbarte Allah ihm den Qur'an-Vers (Sure 20, Vers 2-3):
"Ta Ha. Den Qur'an haben Wir (Gott) dir nicht offenbart, um dich unglücklich zu machen, sondern er diene nur zur Ermahnung für die Gottesfürchtigen."
Dies war die Haltung des Heiligen Propheten Muhammad (s.) zum freiwilligen Gebet. Man kann sich gut ausdenken, wie seine Regelmäßigkeit und seine Hingabe für die Pflichtgebete waren.
Weiterhin erzählte Abu Huraira selber ein Hadith vom Heiligen Propheten Muhammad (s.), worin dieser sagte:
"Wenn jemand von euch schläft, legt Satan drei Knoten auf seinen Hinterkopf. Wenn er aufwacht und an Allah denkt, löst sich der eine Knoten. Wenn er Wudhu (rituelle Waschung) vollzieht, löst sich der zweite Knoten. Wenn er das Pflichtgebet (Salah) verrichtet, löst sich der dritte Knoten. Dann wird er den Morgen fröhlich mit einem klaren Herzen betreten, andernfalls wird er ein schmutziges Herz voller Falschheit haben." (Sahih-Werk Bucharis, Band 3, Seite 136)
Und einem anderen Hadith zufolge soll der Heilige Prophet Muhammad (s.) gesagt haben:
"Kein Pflichtgebet ist härter für die Heuchler als das Morgendämmerungsgebet (Fadschr) und das Nachtgebet (Ischa) , aber wenn die Heuchler wüssten, welche Meriten diese beiden Pflichtgebete haben, würden sie zu ihnen (in der Moschee zu Medina!) auf dem Bauche kriechend kommen." (Sahih-Werk Bucharis, Band 1, Seite 73)
Eigentlich bedarf es nicht all zu vieler Worte, da es bei diesen nachdrücklichen Hinweisen absolut unmöglich ist, dass der Heilige Prophet Muhammad (s.) – Gott bewahre – so wenig an das Morgengebet gedacht habe, dass er verschliefe, bis die Sonne schon schien und er so das Morgengebet verpasste.
Es gibt einige weitere Aspekte, welche das erdichtete Hadith Abu Hurairas unecht erscheinen lassen.
Erstens, es wurde in den verschiedenen Sahih-Werken verdeutlicht, dass während des Schlafs nur die Augen des Heiligen Propheten Muhammad (s.) schliefen, aber sein Herz schlief nie. (Buchari, Band 2, Seite 179; Musnad-Werk von Imam Ahmad, Band 2, Seite 251). Wie dann kann der Prophet dann sein Morgengebet verschlafen?
Zweitens, gemäß dem, was Muslim in seinem Sahih-Werk, Band 1, Seite 254, aufzeichnete, geschah der im betrachteten Hadith behauptete Vorfall, als der Heilige Prophet Muhammad (s.) von der Schlacht bei Chaybar nach Medina unterwegs war; aber Abu Huraira kam erst nach der Schlacht zu Chaybar nach Medina, um beim Heiligen Propheten Muhammad (s.) den Islam anzunehmen. Daher kann Abu Huraira nicht behaupten, er sei beim Vorfall dabei gewesen!
Drittens, in diesem Hadith Abu Hurairas wird der Heilige Prophet Muhammad (s.) derart geschildert, als wenn er gesagt hätte, jeder solle mit seinem Reittier fliehen, denn Satan bewohne jenen Ort; aber es wurde bereits überzeugend dargelegt, dass Satan gar nicht an den Heiligen Propheten Muhammad (s.) herantreten kann. Abu Huraira sagt auch:
"Wir taten dementsprechend."
Aber wir wissen, dass in jenen Tagen Abu Huraira gerade soviel arbeitete, dass er sich gerade ernähren konnte. Wie konnte er dann ein Reittier haben?
Viertens, Abu Huraira sagt dann, dass der Heilige Prophet Muhammad (s.) Wasser holen ließ, Wudhu machte, dann zwei Niederwerfungen machte und danach das Morgengebet (nachträglich) verrichtete. Offenkundig war dieses Gebet stellvertretend für das vergessene Pflichtgebet. In diesem Falle ist der Zweck der beiden Niederwerfungen nicht klar, denn sie waren überhaupt nicht notwendig.
Fünftens, es ist bei Führern von Armeen und Streitkräften üblich, dass die schlafenden Soldaten eine Wache haben, denn es könnte ja ein Feind angreifen. Sicherlich konnte der Heilige Prophet Muhammad (s.), der von Todfeinden und von versteckten Heuchlern in den eigenen Reihen umgeben war, auf diese Vorsichtsmaßnahme nicht verzichten, denn sonst hätte er sich und die Seinen dem Angriff des Feindes oder den Machenschaften der Heuchler innerhalb seiner eignen Reihen ausgesetzt. Es ist unmöglich anzunehmen, dass auch die Wache einfach schlief. Es wird deutlich, warum der Heilige Prophet Muhammad (s.) korrekterweise davor warnte, dass eine Menge Lügen gegen ihn ausgesponnen werden würden.
Sechstens, die damals vom Heiligen Propheten Muhammad (s.) angeführten Streitkräfte bestanden aus eintausendsechshundert (1600) Mann mit zweihundert Pferden. Es ist einfach undenkbar, dass alle Krieger so tief schliefen, dass kein einziger für das Morgengebet aufwachte, denn die Pferde, die auf das Morgenfutter warteten, müssen doch gewiehert und mit den Hufen gescharrt haben. Offensichtlich ist die ganze Geschichte nichts anderes als eine unverschämte Fantasie im Kopfe Abu Hurairas.
Buchari in seinem Sahih-Werk, Band 2, Seite 17, und auch Seite 190; Muslim in seinem Sahih-Werk, Band 2, Seite 316; und Imam Ahmad in seinem Musnad-Werk, Band 2, Seite 246, berichteten von Abu Huraira, dass er erzählte:
Der Heilige Prophet Muhammad (s.) verrichtete das Morgengebet und trat zu den Leuten heraus. Zwischenzeitlich traf ein Mann ein, der eine Kuh ritt. Der Mann schlug die Kuh, woraufhin sie sagte: "Ich bin für das (für das Reiten) nicht geschaffen worden, vielmehr wurde ich für den Ackerbau (zum Pflügen) geschaffen." Die Leute sagten: "Preis sei Allah; eine Kuh spricht." Der Heilige Prophet Muhammad (s.) sagte dann: "Ich, Abu Bakr und Omar bestätigen dies." Aber die beiden Männer waren gar nicht anwesend. Damals sah man einen Hirten mit einer Herde Schafe und Ziegen. Ein Wolf griff die Herde an, schnappte sich eine Ziege und schleppte sie weg. Der Hirte rannte nach und entriss ihm die Ziege. Der Wolf sagte dann: "Du hast mir die Ziege entrissen, aber wer wird sie vor dem Löwen schützen, wenn es für sie keinen Schützer gibt außer mir?" Die Leute sagten: "Preis sei Gott; ein Wolf spricht." Der Heilige Prophet Muhammad (s.) sagte dann: "Ich, Abu Bakr und Omar bestätigen dies." Aber die beiden Männer waren gar nicht anwesend.
Bemerkungen
Abu Huraira scheint sehr eifrig zu sein, Märchen zu erfinden, die so ungewöhnlich wie auch unnatürlich sind. Wir sahen bereits seine Hadithe vom Stein, der mit den Kleidern des Propheten Moses davonrennt; von Moses, der dem Todesengel ein Auge ausschlägt; von der goldenen Heuschrecke, die auf den Propheten Hiob beim Baden herabfällt usw. usw. ....
Nun kommt er daher mit diesem ungewöhnlichen neuen Märchen von einer Kuh und einem Wolf – und beide Tiere sprechen ganz klug und vernünftig zu den Menschen, was aber gegen das normale Verhalten der Tiere verstößt. Es ist allseits bekannt, dass eine derartige Abweichung von den Gesetzmäßigkeiten natürlicher Erscheinungen nur als Wunder zum Beweis des Prophetentums erfolgen können, und für nichts anderes. Wenn in dieser Hadith eine Kuh oder ein Wolf spricht, so erfolgt das allerdings keineswegs als Wunder zum Beweis des Prophetentums. Es gab keinen Anlass, dass diese Tiere von der normalen Natur abzuweichen hätten und derart gesprochen hätten. Es gibt daher keinen Grund, dieses Hadith Abu Hurairas als wahr anzunehmen, denn es ist ein akzeptiertes Prinzip, dass Wunder nicht unnütz erfolgen oder ohne einen genauen, vorherbestimmten Zweck.
Darüberhinaus bedeutet dieses Hadith Abu Hurairas keinen Verdienst für Abu Bakr und Omar. Wahrlich, hätte Abu Huraira dieses Hadith zu Lebzeiten der beiden Männer erzählt, und hätten sie das gehört, hätten sie sich vor Gott entschuldigt. Aber Abu Huraira war vorsichtig genug, dieses Hadith nicht zu Lebzeiten der beiden zu erzählen, und er wartete mit dem Hadith, bis die beiden nicht mehr lebten. Als Abu Huraira diese Hadith erzählte, war die Lage so, dass wenn jemand dieses Hadith als Lüge und Erfindung bezeichnet hätte, er des mangelnden Respekts zu den beiden Kalifen (Abu Bakr und Omar) beschuldigt worden wäre, und die Volksmassen wären in Wut gegen ihn geraten.
Buchari in seinem Sahih-Werk, Band 1, Seite 192, auch Band 1, Seite 90, und Muslim in seinem Sahih-Werk, Band 1, Seite 517, berichteten, gestützt auf Hamid bin Abdur Rahman bin Auf, dass Abu Huraira zu diesen sagte:
"Während der Mekka-Wallfahrt (Hadsch), für welche der Prophet Gottes Abu Bakr zum Anführer des Wallfahrtsgruppe ernannte, ein Jahr vor der letzten Wallfahrt (des Propheten), schickte mich Abu Bakr am Tage der Opferung unter eine Gruppe von Männern, die den Leuten zurufen sollten, dass kein Ungläubiger die Mekka-Wallfahrt (Hadsch) nach diesem Jahr durchführen dürfe, und niemand dürfe nackt die Kaaba umkreisen (tawwaf)."
Buchari in seinem Sahih-Werk, Band 3, Seite 9, berichtete, gestützt auf Hamid, dass Abu Huraira sagte:
"Abu Bakr schickte mich in jenem Jahr gemeinsam mit bestimmten Ausrufen, die er am Tage der Opferung entsandte, um in Mina zu verkünden, dass nach diesem Jahr kein Ungläubiger die Mekka-Wallfahrt (hadsch) durchführen dürfe, und niemand dürfe die Kaaba nackt umkreisen (tawwaf). Danach schickte der Prophet von hinten Ali mit dem Befehl, er solle die Unantastbarkeit (der Kaaba bzw. Mekkas) verkünden. So führte Ali die Ausrufung gemeinsam mit uns durch, unter den Wallfahrern zu Mina am Tage der Opferung."
Bemerkungen
Es ist kein Wunder, dass Abu Huraira und Hamid mit diesem falschen Hadith hervortraten, denn in diesen Tagen waren die Omayyaden in der Blüte ihrer Macht, und die Stimmung war extrem feindlich gegen Ali (a.) und die Familie (Ahl-ul-Bait) des Heiligen Propheten Muhammad (s.), und Beschuldigungen gegen diese heiligen Persönlichkeiten wurden lukrativer, um von den Herrschern (Muawiya und seine Leute) Geld und Ämter einzuheimsen. Wir sahen, dass Abu Huraira zu dieser omayyadischen Herrscherclique wegen dieser weltlichen Gewinne gekommen war. Hamid gehörte selber zu den Bani Omayya, und er war der Schlimmste an Bosheit und Feindschaft gegen das Haus Muhammads und Alis, und angestiftet von Muawiya, gehörte er zur Gruppe, die falsche Hadithe ausbrütete. Hamids Mutter war Kulsum Binte Uqba, und diese war die Schwester von Walid bin Uqba, und die Mutter seiner Mutter war die Mutter des dritten Kalifen Osman bin Affan; Hamids Vater war Abdur Rahman bin Auf, der als Widersacher Alis (a.) gut bekannt ist und der Osman durch einen Trick am Tage der Schura (Wahl durch ein sechsköpfiges Gremium) zum Kalifenamt verhalf.
Nun zum Beweis gegen die Wahrhaftigkeit dieses Hadithes Abu Hurairas: Denn bemerkenswerterweise gibt es ein anderes Hadith, die von Hakim im Mustadrak-Werk, Band 2, Seite 131, erzählt wird, und Hakim wird für wahr befunden; und die gleiche Hadith wird erzählt von Sahabi in seinem Talkhis-Werk, wobei diese Hadith Hakims für korrekt befunden wird. Das Hadith Hakims zeigt, dass Abu Huraira, bevor er sich der Omayyaden-Clique in Syrien anschloss, öfters sagte:
"Ich war unter den Männern, die vom Gottesgesandten mit Ali entsandt wurden, um die Bara’at (Lossagung) auszuführen." Sein Sohn fragte dann: "Was habt ihr damals gerufen?" Abu Huraira sagte: "Wir pflegten zu sagen: Nur ein Gläubiger betritt das Paradies. Und nach diesem Jahr ist keinem Ungläubigen die Mekka-Wallfahrt (hadsch) gestattet, noch darf er die Umkreisung der Kaaba (tawwaf) durchführen. Gibt es irgendein Abkommen zwischen irgendjemand und dem Propheten Gottes, ist die Zeitspanne des Abkommens noch vier Monate. Ich rief dies aus, bis meine Stimme heiser wurde."
Nun wird dieses Hadith durch gutbekannte Hadith Experten für korrekt befunden, und in ihm wird Abu Bakr überhaupt nicht erwähnt, und dieses Hadith zeigt klar, dass die vom Heiligen Propheten (s.) geschickte Wallfahrergruppe von Ali (a.) angeführt wurde. Aber in dem ganz oben betrachteten Hadith verschob Abu Huraira die Führung der Wallfahrergruppe auf Abu Bakr.
Weiterhin, falls Abu Huraira vom Heiligen Propheten (s.) mit Ali (a.) geschickt wurde, wie kann er dann sagen: "Abu Bakr entsandte mich am Tage der Opferung dieses Jahr gemeinsam mit einer Männergruppe..." Und warum sollte er sagen: "Danach schickte der Prophet von hinten Ali mit dem Befehl, er solle die Unantastbarkeit (der Kaaba bzw. Mekkas) verkünden. So führte Ali die Ausrufung gemeinsam mit uns durch, ... "
Ist das nicht ein bestimmter Trick, um die Wahrheit zu verdrehen? Die Wahrheit über den ganzen Vorfall wird nachfolgend dargelegt.
Erstens: Zunächst sei die Sachlage skizziert: Als dem Heiligen Propheten (s.) der qur'anische Vers "Bara’at" (Lossagung von den Götzenanbetern) offenbart wurde, delegierte er Abu Bakr, um dem Volke am Tage der Mekka-Wallfahrt zu verkünden, dass Allah und Sein Prophet Muhammad (s.) nichts mit den Ungläubigen zu schaffen hätten, und dass alle Bündnisse mit ihnen aufgehoben seien, der Zutritt zur Kaaba den Ungläubigen verboten sei, das Paradies den Ungläubigen verwehrt sei, und dass niemand nackt die Kaaba umkreisen (tawwaf) dürfe. Abu Bakr war noch nicht weit gegangen, als Allah seinem Propheten offenbarte:
"Niemand sollte deine Pflicht erfüllen außer du selbst oder jemand von deiner Ahl-ul-Bait."
Daraufhin ließ der Heilige Prophet (s.) Ali rufen und gebot ihm, diese Aufgabe Abu Bakr abzunehmen, Ali selbst solle den qur'anischen Vers Bara’at übernehmen und nach Mekka gehen, um dort diese Aufgabe stellvertretend für Allah und Seinen Propheten (s.) auszuführen; und der Prophet beauftragte Ali mit der allgemeinen Führung der Wallfahrtsgruppe. Deswegen bestieg Ali des Propheten Kamelstute Aska, ritt in die Stadt Mekka hinein und löste Abu Bakr ab, der ihn fragte:
"O Ali, was bringst du?"
Dieser antwortete:
"Der Prophet Gottes befahl mir, dass ich dir die qur'anischen Verse abnehme und durch sie die Bündnisse mit den Ungläubigen widerrufe, und du selber bist frei, entweder mit uns in die Stadt Mekka einzurücken oder nach Medina zurückzukehren."
Abu Bakr sagte:
"Ich gehe lieber zum Heiligen Propheten (s.) zurück"
So zog Ali (a.) mit der Wallfahrtsgruppe von Medina nach Mekka, während Abu Bakr nach Medina zurückkehrte. Dort sagte Abu Bakr zum Propheten:
"Du beauftragst mich mit einer Aufgabe, um die mich die Leute beneideten, und als ich aufbrach, nahmst du den Auftrag mir wieder weg. Was ist da los? Ist ein anderer qur'anischer Vers über mich geoffenbart worden?"
Der Heilige Propheten (s.) erwiderte:
"Nein, aber der Engel Gabriel kam zu mir von Allah und sagte: "Niemand kann deine Pflicht erfüllen außer dir oder jemand von deiner Ahl-ul-Bait." Da Ali von mir ist, kann daher nur Ali meine Pflicht erfüllen."
Diese Version wird bestätigt durch (echte) Hadithe, die von der Heiligen Ahl-ul-Bait Muhammads (s.) beständig erzählt wurden.
Zweitens, Imam Ahmad bin Hanbal berichtet diesen Vorfall in seinem Musnad-Werk, Band 1, Seite 2, mit dem Wort Abu Bakrs selber folgendermaßen:
Der Prophet Gottes delegierte mich mit dem qur'anischen Vers Bara’at, der dem Volke zu Mekka verkünden sollte, dass nach diesem Jahr kein Ungläubiger die Mekka-Wallfahrt machen dürfe, dass niemand nackt die Kaaba umkreisen dürfe, dass nur ein Muslim ins Paradies eintrete, dass jedes Bündnis zwischen irgendjemandem und dem Propheten Gottes nur noch eine bestimmte Zeit gelte, und dass Allah und Sein Prophet von allen Verpflichtungen gegenüber den Ungläubigen entbunden wären. So übernahm ich diesen Auftrag. Aber dann sagte der Prophet Gottes zu Ali:
"Löse Abu Bakr ab, schicke ihn zu mir (nach Medina) zurück, und du verkünde (in Mekka) diese qur'anischen Verse."
Ali tat dementsprechend, und ich kam nach Medina zurück. Als ich den Heiligen Propheten besuchte, weinte ich, und ich sagte:
"O Prophet Gottes, ist irgendeine Sache über mich offenbart worden?"
Er erwiderte:
"Nichts ist über dich offenbart worden, außer Gutes; aber mir wurde befohlen, dass niemand diesen Qur'an-Vers (in Mekka) verkünde, außer ich selbst oder einer von mir (einer von meiner Familie)."
Der Hadith-Experte Nisai berichtete in seinem Khasas-Werk, Seite 20, die Erzählung Alis folgendermaßen:
Als die zehn Verse des Abschnittes Bara’at offenbart waren, ließ der Prophet den Abu Bakr holen und entsandte ihn mit den Männern, um die Verse dem Volke zu Mekka zu verkünden. Dann ließ der Prophet mich holen und sagte:
"Löse Abu Bakr ab, und wenn du ihn triffst, nimm ihm das Aufgeschriebene ab, bringe das Aufgeschriebene zum Volke von Mekka und lese es den Leuten dort vor."
So löste ich Abu Bakr ab, nahm ihm das Schriftstück weg, und er kam zum Propheten zurück und sagte:
"O Prophet Gottes, ist irgendeine Sache über mich geoffenbart worden?"
Der Prophet erwiderte:
"Nein, aber der Engel Gabriel kann zu mir und sagte:
"Niemand sollte deine Pflicht erfüllen außer dir selber oder jemand aus deiner Familie."
Die Leute fragten Hasan Basri über Ali (a.), und Hasan Basri sagte:
"Was kann ich über den Mann sagen, der vier Qualitäten in sich hatte. Er wurde mit dem qur'anischen Vers Bara’at beauftragt; die Worte des Heiligen Propheten Muhammad (s.) über ihn anlässlich der Schlacht zu Tabuk; und wenn Ali irgendeinen Fehler gehabt hätte, so hätte das der Heilige Prophet (s.) erwähnt; dann erwähnte der Heilige Prophet (s.) "die beiden großen Dinge, nämlich das Buch Allahs und meine (Muhammads) Familie" ; und niemals wurde jemand zum Anführer über Ali gemacht, während Männer zu Anführern über andere gemacht wurden."
Dies sind die genauen Worte des Hasan Basri, wie sie in Hamidis Kommentar (Scharh) zum Nahdschul Balagha, Vol.1, Seite 369, aufgezeichnet sind.
Drittens, die fragliche Verkündigung beinhaltet mehrere ernsthafte Angelegenheiten, wie beispielsweise den Widerruf der Bündnisse mit den Ungläubigen, und dass sie zwecks Wallfahrt Mekka nicht mehr betreten dürften, und dass die Leugner nicht ins Paradies eintreten würden, und offen wurde verkündet, dass Allah und Sein Prophet (s.) den Leugnern gegenüber nicht verpflichtet seien. Das waren Angelegenheiten, um die Religion des Islam perfekt zu machen, und um die Macht und Autorität der Muslims zu festigen, und anderseits sollten die Schwäche der Leugner und die Unterdrückung durch sie klar aufgedeckt werden. Es wird klar, dass Allah begehrte, die Ehre, solch einer wichtigen Verkündigung Ali (a.) gegeben werden sollte, und daher befahl Allah Seinem Propheten Muhammad (s.), dass diese gewichtige Pflicht vom Propheten selbst erfüllt werde oder von jemand aus seiner Familie, womit nur Ali (a.) gemeint war. Dies wird bestätigt durch das Wort des Heiligen Propheten Muhammad (s.):
"Ali ist mit dem Qur'an, und der Qur'an ist mit Ali!" ,
So wird es berichtet von Hakim in seinem Werke Mustadrak, Band 3, Seite 124, wobei er sich auf Buchari und Muslim stützt; und wie von Sahabi berichtet wird in seinem Werk Talkis, wobei die Wahrhaftigkeit dieses Prophetenwortes anerkannt wird.
Viertens ist es eine historische Tatsache, dass eine große Anzahl von Leuten gegen Ali (a.) feindselig und neidisch war, wegen seiner hohen Auszeichnung und wegen seiner besonderen Nähe zum Heiligen Propheten (s.), die von anderen nicht genossen wurde. Feindschaft und Neid kamen besonders durch die Ränkeschmiede und die Tricksereien Muawiyas und anderer Mitglieder der Bani Omayya zustande; sie ließen nichts unversucht, Feindschaft gegen Ali (a.) und gegen die anderen Mitglieder der Heiligen Familie (Ahl-ul-Bait) Muhammads zu verbreiten. Sie wollten Hadithe des Propheten, in denen Alis Verdienste erwähnt wurden, vernichten, oder sie wollten Hadithe des Propheten durch Zufügen von Worten oder durch Weglassen von Worten derart verdrehen, dass Alis Verdienste geschmälert wurden; sie erfanden Hadithe zum Leben der ersten drei Kalifen, die als Alis Rivalen dargestellt wurden.
Das betrachtete Hadith Abu Hurairas ist ein Beispiel, wie er, um das Wohlwollen Muawiyas zu gewinnen, die Struktur einer ganzen Sache so verändert hat, dass kein Verdienst für Ali (a.) übrig blieb, sondern dass sein Rang erniedrigt wurde. Wie man gesehen hat, sagt die eine Version dieser Hadith Abu Hurairas:
"Abu Bakr schickte mich in jenem Jahr gemeinsam mit bestimmten Ausrufen, die er am Tage der Opferung entsandte, um in Mina zu verkünden, dass nach diesem Jahr kein Ungläubiger die Mekka-Wallfahrt (Hadsch) durchführen dürfe, und niemand dürfe die Kaaba nackt umkreisen (tawwaf). Danach schickte der Prophet von hinten Ali mit dem Befehl, er solle die Unantastbarkeit (der Kaaba bzw. Mekkas) verkünden. So führte Ali die Ausrufung gemeinsam mit uns durch, unter den Wallfahrern zu Mina am Tage der Opferung."
Die Art und Weise, in der die Umwandlung des korrekten Hadith vollzogen wurde, kann hier sehr gut erkannt werden. Dadurch, dass Abu Huraira trickreich die eigentliche Struktur dieses Hadith veränderte, wollte er zwei Ziele erreichen:
Jedoch wurde bewiesen, wie oben gezeigt wurde, dass tatsächlich Allah Selbst Abu Bakr nicht für dieses Werk tauglich hielt und dem Heiligen Propheten Muhammad (s.) befahl, ihn abzurufen, und das Werk sollte von einem der beiden durchgeführt werden, die keinen dritten Ebenbürtigen haben, nämlich vom Heiligen Propheten Muhammad (s.) oder seinem Stellvertreter Ali (a.)
Bevor diese Diskussion abgeschlossen wird, mag hinzugefügt werden, dass während des gesamten Lebens des Heiligen Propheten Muhammad (s.) Ali (a.) niemals jemanden zum Führer hatte als den Heiligen Propheten (s.) selbst. So ist es, dass er nicht in der Armee unter Usama war, noch in der Armee unter Amr ibn-il Aas, noch unter den Truppen Abu Bakrs und Omars, als die beiden nacheinander zum Angriff (auf die Festung Chaybar) beauftragt wurden und jeder von ihnen erfolglos zurückkam; aber danach wurde Ali (a.) losgeschickt, und er hatte diese beiden Männer unter seinem Kommando, und Allah ehrte ihn dann mit dem Siege. Wiederum genauso war die Situation, als ein Truppenkontingent unter Khalid bin Walid nach Jemen geschickt wurde, und ein anderes Truppenkontingent unter Ali (a.) das oberste Kommando haben sollte. Diese einzigartige Position Alis (a.) wird von allen einmütig anerkannt. Gemäß Hakim im Buche Mustadrak, Band 3, Seite 11, pflegte Ibn Abbas zu sagen:
"Ali (a.) hat vier Verdienste, die kein anderer hatte, nämlich: Er war der erste unter Arabern wie Nichtarabern, der mit dem Heiligen Propheten Muhammad (s.) die Gebete durchführte; und das Banner des Heiligen Propheten Muhammad (s.) war immer bei ihm in jedem Marsch der Armee..."
Gleicherweise pflegte Hasan Basri zu sagen:
"Keiner wurde jemals über Ali (a.) als Oberhaupt gesetzt, aber sie wurden anderen untergeordnet."
Buchari berichtete in seinem Sahih-Werk, Band 2, Seite 194, zu den Verdiensten des Kalifen Omar durch eine Erzählerkette, die bei Abu Huraira endet, dass der Heilige Prophet Muhammad (s.) gesagt haben soll:
"Es waren vor euch unter dem Volke Israel Leute, die sich öfters mit Engeln unterhielten, obgleich sie keine Propheten waren, und gäbe es solch einen Mann in meiner Gemeinde, so wäre es Omar."
Wiederum, Buchari berichtete in seinem Sahih-Werk, Band 2, Seite 171, durch eine Erzählerkette, die bei Abu Huraira endet, dass der Heilige Prophet Muhammad (s.) sagte:
"Es gab unter den Gemeinden der Propheten vor euch Gesprächspartner (mit Engeln), und gäbe es solch einen Mann in dieser meiner Gemeinde (Ummah), so wäre es Omar."
Bemerkungen
Ganz offensichtlich sind dies erfundene Hadithe, geschaffen unter den politischen und schändlichen Forderungen jener Tage, um Abu Bakr und Omar fast zum Range von Propheten emporzuheben, und den hohen Rang Alis (a.) als den wahren und passenden Vizeregenten des Heiligen Propheten Muhammad (s.) zu erniedrigen. Es genügt zu sagen, dass falls Abu Huraira dieses Hadith in den Regierungstagen Omars hervorgebracht hätte, sein Rücken mit der Peitsche des Kalifen ordentlich behandelt worden wäre. Aber nach dem Tode Omars war die Bahn frei für Abu Huraira, um alles Gewünschte zu tun, um seinem Meister Muawiya zu gefallen.
Weiterhin, ist es auch gut bekannt unter den Gelehrten und Experten, dass jene, die in den vergangenen Gemeinden den hohen Rang genossen, mit Engeln zu verkehren, entweder Propheten oder deren Statthalter waren. Auf jeden Fall waren sie sündenfreie Personen, während trotz all seiner hohen Position in der islamischen Politik als ein starker und tatkräftiger Kalif Omar weder ein Prophet noch ein Statthalter eines Propheten, noch sündenlos und fehlerfrei war. Daher gibt es keine Frage, ob Engel mit ihm in Wirklichkeit verkehrt hätten, nicht einmal bildlich gesprochen.
Buchari berichtete in seinem Sahih-Werk, Band 2, Seite 125, und Muslim in seinem Sahih-Werk, Band 2, Seite 74, aus Quellen, die bei Abu Huraira enden, dass der Heilige Prophet Muhammad (s.) gesagt haben soll:
"Mein Vermächtnis soll nicht wie Dinare verteilt werden; was immer ich zurücklasse, nachdem meine Frauen und meine Knechte abgefunden wurden, ist Almosenspende für die Armen (gehört dem Staate für karitative Zwecke). "
Bemerkungen
Es gibt den Text des Hadith, das allein Abu Bakr vom Heiligen Propheten Muhammad (s.) gehört haben will, und damit wird der reguläre Erbanteil der Erleuchteten (Zahra) Fatima (einzige Tochter des Heiligen Propheten Muhammad (s.) mit seiner ersten Frau Khadidscha) bestritten; das dazugehörige Hadith steht bei Buchari und Muslim, wobei die Erzählerkette in diesem Fall bei Ayscha endet, die gesagt haben soll:
"Fatima, die Tochter des Heiligen Propheten, schickte eine Botschaft zu Abu Bakr, und sie verlangte ihren Erbanteil aus dem Vermögen des Heiligen Propheten. Abu Bakr erwiderte: "Der Prophet Gottes sagte: "Wir (die Propheten) sollen nicht beerbt werden; was immer wir zurücklassen, ist Almosenspende für die Armen.""
Fatima (a.) war derart ungehalten auf Abu Bakr, dass sie bis zu ihrem frühzeitigen tragischen Ableben nicht mehr mit ihm sprach. Sie lebte noch sechs Monate nach dem Verscheiden des Heiligen Propheten Muhammad (s.). Als sie gestorben war, begrub ihr Ehemann Ali (a.) sie nachts, wie es ihrem Willen entsprach, und Abu Bakr wurde nicht gestattet, anwesend zu sein, noch zu wissen, wo das Grab liegt.
Fatima (a.) brachte gegen dieses Hadith Abu Bakrs folgende Argumente vor:
"Hast du absichtlich das Buch Allahs aufgegeben und hinter deinen Rücken geworfen? Denn Allah sagt (Sure 17, Vers 16)
"Und Salomon beerbte David."
Und Allah erzählt noch das Gebet des Zacharias (Sure 19, Vers 5-6):
"Darum gib mir in deiner Huld noch einen Nachkommen, welcher mich beerbe und auch die Vorzüge der Familie des Jakob erbe."
Und Allah sagt:
"Und die Blutsbande sind näher für jeden im Buche Gottes."
Und weiterhin sagt Allah (Sure 4, Vers 11) :
"Männliche Erben sollen so viel haben wie zwei weibliche."
Und Allah sagt (Sure 2, Vers 180):
"Es ist euch vorgeschrieben: Wenn einer von euch zum Sterben kommt und Vermögen hinterlässt, so soll er aus diesem nach Billigkeit seine Eltern und Verwandten im Testament bedenken."
Fatimas (a.) Argumente beweisen klar, dass die Hadithe (Abu Bakrs und Abu Hurairas) im Widerspruch zum Heiligen Qur'an stehen. Fatimas Bruch mit Abu Bakr, das Ende aller Kontakte und Gespräche mit ihm, und dass Abu Bakr bei ihrem Begräbnis nicht dabei sein durfte - alles spricht gegen die Wahrheit dieses Hadith.
Weiterhin wird demzufolge, was Buchari in seinem Sahih-Werk, Band 2, Seite 124, berichtete, gesagt, dass während der Regierungszeit des Kalifen Omar, Ali (a.) und Abdullah bin Abbas die Sache bei Omar aufgriffen, während Osman, Abdur Rahman, Zubeyr und Sad bei Omar zugegen waren, und Omar sagte:
"Wir (die Propheten) werden nicht beerbt. Was immer wir zurücklassen, ist für Almosen."
Diese vier Männer konnten es nur bestätigen, denn bei jenen Umständen hatten sie gemäß ihrer Verehrung für die beiden Kalifen Abu Bakr und Omar keine andere Wahl.
Damals war Abu Huraira eine fast unbeschriebene und unbekannte Gestalt, und niemand beachtete ihn, wenn er mit anderen Prophetengefährten verglichen wird, die weit größere Verdienste und Leistungen zu verbuchen hatten. Aber in einer bestimmten Bahn änderten sich die Zeiten, da die meisten großen Prophetengefährten an Kriegszügen teilnahmen, was zu Eroberungen von Ländern führte, wie Syrien, Irak, Ostanatolien, dem Kaukasus-Gebiet, Iran, dem Indus-Gebiet, Palästina, Ägypten, Libyen, Nordwestafrika, und die Völker dieser Regionen konvertierten massenhaft zum Islam, wodurch die Muslime insgesamt in ein neues Zeitalter eintrafen. Die Omayyaden errangen nun die sichere Kontrolle der obersten Regierungsgewalt des Staates über die Muslime, und zu dieser Zeit priesen die Omayyaden absichtlich den Namen Abu Hurairas, um ihre politischen Ziele zu erreichen, und sie ermutigten ihn, mit allen Sorten von Hadithen zugunsten der ersten drei Kalifen hervorzutreten. In dieser Weise trat er heraus aus der Finsternis, die ihn so tief umschlungen hatte, und er begann Hadithe zu erzählen, die den omayyadischen Herrschern und ihren machtgierigen Verbündeten gefielen. So erzählte er das betrachtete Hadith in einem Stil, der dem Volke gefiel und auch ihre geliebten Kalifen (Abu Bakr, Omar, Osman) unterstützte.