In den meisten Fällen entspricht der Stil der von Abu Huraira erzählten Hadithe nicht der literarischen Feinheit der tatsächlichen Prophetenworte, und sie sind unvereinbar mit dem Standpunkt der Vernunft und Gelehrsamkeit. Um dies zu berichten, werden im Folgenden die Texte von vierzig von ihm erzählten Hadithe, zusammen mit unseren kritischen Analysen zu jedem Hadith wiedergegeben, und der Leser möge seine eigenen Schlüsse ziehen.
Buchari in seinem Sahih-Werk, Band 4, Seite 73, und Muslim in seinem Sahih-Werk, und Imam Ahmad in seinem Sahih-Werk, Band 2, Seite 481 berichten, dass Abu Huraira den Heiligen Propheten Muhammad (s.) sagen läßt:
"Allah schuf Adam nach Seiner eigenen Gestalt. Seine (=Adams) Länge war sechzig Längenmaße."
Zu diesem Hadith fügte Ahmad hinzu: "Abu Huraira erzählte auch sieben Längenmaße in der Breite" Abu Huraira jubelte dem Propheten auch diese Worte unter: "Nachdem Er (Gott), ihn (Adam) erschaffen hatte, sagte Gott: "Gehe und begrüße diese Engel, die dort sitzen, und höre, wie sie dich grüßen, denn das wird der Gruß für dich und deine Nachkommen sein." So ging Adam (zu den Engeln) und sagte: "As-salamu-alaikum (der Friede sei mit Euch)." Die Engel sagten alle: "As-salamo-alaika wa rahmatullah." (Der Friede sei mit dir und die Gnade Gottes). In dieser Weise fügten die Engel "Rahmatullah" hinzu. Jedermann, der das Paradies betrat, war von Adams Gestalt (Form), und seine (Adams) Statur war sechzig Längenmaße. Nach Adam wurden die Menschen immer kleiner, bis heute."
Bemerkungen
Gewiss ist Allah jenseits des Begriffs von Gestalt oder Merkmalen. Dieses Hadith schient aus jüdischen Schriften entnommen zu sein, aus dem Alten Testament, das die gleiche Sache in genau den gleichen Worten wiedergibt, nämlich: "So schuf Gott den Menschen, nach seiner eigenen Gestalt." ( Text der Zürcher Bibel, Genesis, Vers 27: "Und Gott schuf den Menschen nach Seinem Bilde, nach dem Bilde Gottes schuf Er ihn" )
Es ist schade, dass Abu Huraira diese jüdische Idee in den Islam einschleuste, indem er diese Hadithe zusammenbraute. Die günstigste Interpretation, die diesem Hadith gegeben werden kann, ist, dass wir "nach seiner eigenen Gestalt" auf Adam beziehen, und nicht auf Allah. Dies würde dann bedeuten, dass Allah Adam nach Adams Gestalt schuf (und nicht nach Allahs Gestalt), und damit wäre gemeint, dass Adam sofort in seiner vollen Form erschaffen wurde, ohne diese Stufen zu passieren: Sperma, Eizelle, Embryo ohne Gebein, dann Embryo mit Gebein, dann mit Fleisch, dann Baby, dann Kind, dann Bub, dann Jüngling, dann voller Mann, wenn er die Körpergestalt in Höhe und Breite vollendet hat. Aber diese Interpretation kann nicht stimmen, weil das gleiche Hadith von Abu Huraira mit dem Wort erzählt wird: "Adam wurde geschaffen nach der Gestalt des Barmherzigen (Gottes) ."
In noch einem anderen Hadith Abu Hurairas soll Gott zum Propheten Moses gesagt haben: "Ich schuf sie (die Menschen) nach Meiner Gestalt."
So sieht dieses Hadith für Allah Gestalt und Merkmal vor, was auf keinen Fall akzeptabel ist.
Weitere Aspekte zu dieser Hadith
Wenn Adams Höhe sechzig Längenmaße betragen soll, dann wäre seine Breite 17 Längenmaße und ein Siebtel Längenmaß gemäß der Körperproportionen, wie wir sie kennen. Oder wenn seine Breite mit 7 Längenmaßen angenommen wird, so wäre seine Höhe 24,5 Längenmaße, denn die Breite eines normalen Menschen ist zwei Siebtel seiner Höhe. Wie kann dann Abu Huraira sagen, Adam wäre sechzig Längenmaße hoch und 7 Längenmaße breit gewesen? Gewiss können wir uns Adam nicht völlig aus der Proportion missraten vorstellen, da Allah im Heiligen Qur'an sagt: "Gewiss, Wir schufen den Menschen mit der besten Proportion."
Der Gruß "salamun alaikum" startete mit dem Islam, wie der Heilige Prophet Muhammad (s.) sagte: "Über nichts waren die Juden so neidisch auf euch wie über den Heilsgruß (Salam)." Welche Autorität hat denn Abu Huraira zu sagen, Gott habe zu Adam gesprochen: "Geh und begrüße diese Engel...usw."
Die Worte Abu Hurairas: "Nach Adam wurden die Menschen immer kleiner, bis heute" sind historisch und wissenschaftlich nicht belegbar und bedürfen keines weiteren Kommentars.
Buchari in seinem Sahih-Werk, Band 4 , Seite 92. Auch Band 1, Seite 100, Muslim in seinem Sahih-Werk, Band 1, Seite 86, und Imam Ahmad in seinem Musnad-Werk, Band 2, Seite 275, berichten von Abu Huraira, der sagte:
"Die Leute fragten den Propheten Gottes: "Werden wir unseren Herrgott am Tage des Gerichts sehen?" Der Prophet erwiderte: "Habt ihr irgendwelche Schwierigkeiten, die Sonne zu sehen, wenn sie nicht von einer Wolke verhüllt ist?" Die Leute antworteten: "Nein." Dann fragte der Prophet: "Habt ihr irgendwelche Schwierigkeit, den vollen Mond zu sehen, wenn er von keiner Wolke verhüllt ist?" Die Leute sagten: "Nein." Dann sagte der Prophet: "Ihr werdet Gott gleicherweise am Tage des Gerichts sehen. Allah wird alle Menschen versammeln und ihnen befehlen: "Jedermann soll dem folgen, was er angebetet hat." Daraufhin werden die Sonnenanbeter sich zur Sonne gesellen. Die Mondanbeter werden sich zum Mond gesellen. Und die Teufelsanbeter werden sich zum Teufel gesellen. Nur diese (muslimische) Gemeinde bleibt noch stehen mit den Heuchlern. Dann wird Allah zu den Muslimen kommen in einer Gestalt, die ihnen nicht bekannt ist. Er wird sagen: "Ich bin euer Herrgott." Die Muslime werden antworten: "Wir suchen vor dir bei Allah Zuflucht, wir bleiben hier stehen, bis unser Herrgott zu uns kommt. Wenn Er kommt, werden wir ihn anerkennen." Dann wird Allah zu ihnen kommen in einer Gestalt, die den Muslimen bekannt ist, und Er wird sagen: "Ich bin euer Herrgott." Die Muslime werden dann bestätigen: "Du bist unser Herrgott." Und sie werden Allah folgen, und Er wird die Brücke über die Hölle schlagen."
Abu Huraira sagte weiterhin, dass der Heilige Prophet Muhammad (s.) sprach: "Dann werde ich der Erste sein, der die Brücke über die Hölle passiert, und die Gebete der Propheten an jenem Tage werden sein: "O Herrgott, rette, rette!" Und Gott wird Stacheln wie die Stacheln eines Affen haben. Habt ihr die Stacheln eines Affen gesehen?"
Die Zuhörer sagten: "Ja."
Der Heilige Prophet sprach weiter: "Sie werden wie die Stacheln eines Affen sein, aber niemand außer Allah kennt ihre Größe. Dann werden die Leute aufgeteilt entsprechend ihrer Taten. Da gibt es die Gruppe jener, die wegen ihrer Taten zugrunde gehen; und da gibt es die Gruppe jener, die das Heil finden. Wenn Allah mit dem Gerichtsurteil über die Menschen fertig ist und aus der Hölle einige Bekenner der Losung "Kein Gott außer Gott!" herausnehmen will, wird Er den Engeln gebieten, sie herauszunehmen, die durch das Merkmal der Niederwerfung (dem Gebet) erkennbar sind, da Er der Hölle verkündet, es sei ihr verboten, der Menschen Merkmale der Niederwerfung zu verzehren. Die Engel werden diese Gekennzeichneten dann herausnehmen. Dann wird Wasser, Lebenswasser genannt, auf sie geschüttet, wodurch sie aufwachsen, wie Samen bei Bewässerung sprießt.
Da bleibt ein Mann übrig, der geradewegs zur Hölle marschiert. Er wird sagen: "Mein Herrgott, die Höllenluft vergiftet mich, und die Höllenglut verbrennt mich. Nimm mein Gesicht weg vom Höllenfeuer." Dieser Mann schreit immerfort zu Gott. Allah wird sagen: "Höchstwahrscheinlich, wenn ich dir dies gebe, wirst du Mich um etwas anderes bitten." Aber der Mann wird sagen: " Nein, bei Deiner Ehre, ich will nichts anderes erbitten," So wird Gott das Gesicht dieses Mannes vom Höllenfeuer wegnehmen. Danach wird der Mann sagen: "Nimm mich näher hin zum Paradies." Gott wird sagen: "Hast du nicht gedacht, etwas anderes nicht zu erbitten? Wehe dir, o Nachkommenschaft Adams, wie trügerisch bist du." Aber dieser Mann wird diese Bitte immer noch wiederholen. Allah wird sagen: "Höchstwahrscheinlich, wenn ich dir dies gewähre, wirst du etwas anderes erbitten." Der Mann wird sagen: "Nein, bei Deiner Ehre! Ich will nichts anderes erbitten." So nach allen Schwüren und Eiden, dass er nichts anderes erbitten wird, wird Gott ihn bis zum Tore des Paradieses bringen. Wenn der Mann sieht, was innerhalb des Paradieses ist, wird er für eine Weile ruhig bleiben, und danach wird er sagen: "Mein Herrgott, lass mich ins Paradies eintreten." Allah wird zu ihm sagen: "Denkst du nicht daran, dass du um nichts weiteres bitten wolltest? Wehe dir, o Nachkommenschaft Adams, wie trügerisch bist du." Dann wird der Mann sagen: "Mein Herrgott, mach mich nicht zum Elendsten Deines Schöpfungswerkes." Und der Mann wird zu bitten fortfahren, bis Gott auflacht. Wenn Gott den Mann anlacht, wird Er ihm gestatten, tiefer in das Paradies hineinzugehen. Wenn der Mann tiefer ins Paradies hineingehen wird, wird man ihn bitten, er solle etwas Bestimmtes wünschen. Dann wird er gebeten, sich etwas anderes Bestimmtes zu wünschen, und so geht das weiter, bis all seine Wünsche erfüllt sind. Dann wird Allah zu dem Manne sagen: "All dies ist für dich." Und alle seinesgleichen werden mit dem Manne sein."
Muslim berichtete dieses Hadith durch eine andere Erzählerkette. Seine Version beinhaltet das folgende: "Am Tage des Gerichts wird Allah an diese Ummah (islamische Weltgemeinde) herantreten, die aus Rechtschaffenen und Bösen bestehen wird, und Allah wird in einer niederen Gestalt sein als vorher gesehen. Gott wird zu ihnen sagen: "Bin ich euer Herrgott?" Die Muslime werden sagen: "Wir suchen bei Allah Zuflucht von dir:" Er wird dann sagen: "Gibt es irgendein Zeichen, mit der ihr Gott anerkennt?" Sie werden sagen: "Ja:" Gott wird dann Seine Haut entblößen. Jedem, der sich vor Allah (beim Gebet) gerne niederwarf, wird von Gott erlaubt werden, sich niederzuwerfen, aber wer sich (auf Erden) vor Gott in Furcht und Heuchelei (beim Gebet) niederwarf, wird niedergetrampelt werden. Denen die Niederwerfung gestattet wird, werden sich auf ihre Nacken niederlegen, und wenn sie ihre Schädel heben, werden sie Allah sehen, Der sich die andere Gestalt zulegen wird, in der sie Ihn zuerst sahen. Dann wird Gott sagen: "Ich bin euer Herrgott." Sie werden anerkennen: "Dann geht Gott zur Brücke über die Hölle."
Das ist ein langes Hadith, wie Abu Huraira es erzählt. Buchari kürzte das Hadith in seinem Kommentar des Kapitels "Nuh". Abu Hurairas Worte dort sind so: "Ich hörte den Propheten sagen: "Allah wird Seine Haut entblößen. Dann wird sich jeder gläubige Mann und jede gläubige Frau vor Gott anbetend niederwerfen wollen, aber jene, die sich auf Erden vor Gott in Heuchelei anbetend niederwarfen, werden ausgeschlossen. Sie werden zur Niederwerfung antreten, aber sie werden zertrampelt zurückkehren."
Bemerkungen
Diese Hadith ist sicherlich verblüffend für Leute mit Verstand. Was ist das für ein Gott, der verschiedene Gestalten annimmt, die einige Leute erkennen können, während andere sie nicht erkennen wollen. Was soll es, wenn die Leute sehen, dass Gott eine Haut hat, was dann als Merkmal dient, dass sie ihn erkannten? Warum dient die Haut Gottes als Zeichen und nicht die anderen Glieder? Passt es zu Gott, dass Er sich von einem Ort zum anderen bewegte, so dass Er zu den Leuten dann und wann kommt? Welchen Sinn haben solche Sprüche? Kann dies überhaupt ein Wort des Heiligen Propheten Muhammad (s.) sein? Bei Allah, Der Muhammad (s.) als Prophet schickte, sicherlich nicht!
Ein Wort darüber, ob man Gott sehen kann
Auf der Basis dessen, was Abu Huraira erzählt hat, hegen viele Muslime den Glauben, dass es möglich sei, Allah in dieser Welt wie auch in der nächsten Welt zu sehen. Viele stimmen darin überein, dass man Gott in der nächsten Welt am Tage des Gerichts sehen würde, aber die Mehrheit davon glaubt nicht, dass man Gott schon in dieser Welt sehen könnte.
Sie glauben auch, dass nur die gläubigen Männer und die gläubigen Frauen Gott am Tage des Gerichts sehen werden, und die ungläubigen Männer und die ungläubigen Frauen würden Gott nie sehen. Nun, diejenigen, die Allah (t.) einen Körper zuschreiben, glauben, dass sie Gott am Tage des Gerichts sehen würden, durch den Kontakt der Strahlen ihrer Augen und Gottes Körper wäre vor ihnen, d.h. sie würden Gott sehen, wie sie einander sehen, aber sie könnten Ihn nicht direkt anschauen, wie sie nicht die Sonne oder den Mond anschauen können, wenn keine Wolken Sonne und Mond verhüllen.
Jene, die Gott keinen Körper zuschreiben, meinen, dass sie am Tage des Gerichts Allah sehen würden - nicht durch Augenkontakt, noch dass Er an sie herantrete, noch durch Isolation, noch durch Anpassungsfähigkeit, noch durch dies oder das; aber Gott werde in einer Weise gesehen werden, die dem Menschen (jetzt) nicht bekannt sei, und es wäre eine besondere Weise, dass Gott von den Augen der gläubigen Männer und gläubigen Frauen gesehen werde, wenn Allah auftritt - aber das "Wie" wird nicht erklärt, und keine der Dimensionen wird angegeben.
Dies ist sicherlich etwas, was von der Vernunft nicht akzeptiert werden kann, und dies ist etwas, was die menschliche Vorstellungskraft nicht akzeptieren kann, wenn nicht angenommen wird, Allah würde die Gläubigen mit einer speziellen Sicht ausstatten, die ihnen in diesem Leben allgemein nicht zur Verfügung steht, wodurch sie dann befähigt würden zu sehen, wie man mit dem Geiste sieht. Damit erübrigt sich jedes Streitgespräch insgesamt und wird auf reine Wortklauberei reduziert, denn ein mögliches "Sehen im Geist" ist nicht Gegenstand der hier betrachteten Überlieferung.
Buchari in seinem Sahih-Werk, Band 3, Seite 127, Muslim in seinem Sahih-Werk, Band 2, Seite 482, und Imam Ahmad in seinem Musnad-Werk, Band 2, Seite 314, berichteten durch eine Kette, die bei Abu Huraira endet, der behauptete, der Heilige Prophet Muhammad (s.) hätte gesagt:
Paradies und Hölle stritten miteinander, und die Hölle sagte: "Ich bin voller Despoten und Tyrannen." Und das Paradies sagte: "Was kümmert es mich; nur die Schwachen und Niedrigen können in mich eintreten." Allah sagte zum Paradies: "Du bist meine Barmherzigkeit; durch dich bin Ich Barmherzig zu dem, den Ich möchte." Und zur Hölle sagte Gott: "Du wirst Bestrafung; durch dich bestrafe Ich, wen immer unter Meinen Geschöpfen ich bestrafen möchte." Jede der beiden hat eine Schicht, die aufgefüllt wird. Was die Hölle anbelangt, so wird sie erst total aufgefüllt, wenn Gott Seinen Fuß hineinsetzt. Dann wird die Hölle sagen: "Genug, genug!" Dann ist die Hölle aufgefüllt, und die eine Höllenseite wird mit der anderen Höllenseite verbunden.
Bemerkungen
Es scheint, dass Abu Huraira meinte, es gäbe nicht genug Sünder, um die Hölle aufzufüllen; aber Allah sagt im Heiligen Qur'an: "Ich werde die Hölle füllen..." Abu Huraira belastete seinen Verstand, um die zwei Streitfragen zu versöhnen, und er kam auf die Idee, Allah werde Seinen Fuß in die Hölle setzen. Offensichtlich ist in Abu Hurairas Vorstellung der Fuß Gottes größer und imponierender als die Hölle, unabhängig davon, wie weit die Hölle in den Dimensionen und unabhängig davon, wie ausgedehnt in ihren Enden die Hölle sein mag. Abu Huraira besaß nur wenig Intelligenz, und es ist kein Wunder, dass er diese zwei Widersprüche zusammenlegt, aber indem er das tat, konnte er nicht bemerken, dass Allah im Heiligen Qur'an sagte: "Wahrheit ist es, und Ich spreche nichts als die Wahrheit, dass Ich die Hölle mit euch anfüllen werde und mit jeglichem, der euch von allen Menschen nachfolgt."
Hätte Abu Huraira über diesen Qur'an-Vers nachgedacht, hätte er seine Zunge unter die Kontrolle des Verstandes gestellt, und er hätte lieber den Dreck in seinem Gewande reinigen sollen, denn dieser Qur'an-Vers ist eine klare Aussage, dass die Hölle nur mit seinesgleichen oder mit Leuten seiner Kategorie aufgefüllt wird, nämlich mit Satanen und mit all jenen, die unter den Menschenwesen Satan nachfolgen.
Zu allererst muss dieses Hadith sowohl von der Vernunft als auch vom islamischen Gesetz her total abgelehnt werden. Kann ein Mensch glauben, Allah habe einen Fuß? Kann irgendein intelligenter Mensch bezeugen, Allah würde Seinen Fuß in die Hölle hineinsetzen, damit sie voll werde? Was soll das bedeuten? Welches Gewicht trägt solch eine unproduktive Idee? In welcher Sprache stritten Hölle und Paradies miteinander, und mit welchem Sinn begriffen sie all dies oder erfuhren sie, wer eintritt? Was ist der Verdienst der Despoten und Tyrannen, weswegen die Hölle prahlt, wiewohl sie den tiefsten Teil der Hölle besetzen? Wie kann das Paradies wähnen, dass die in sie Eintretenden zu den niedrigen Menschen gehören? Denn Allah gab diesen Erfolgreichen Seine Wohltaten, und zu diesen Erfolgreichen zählen die Propheten, Wahrhaftigen, Märtyrer und Rechtschaffenen! Man muss schon sehr minderbemittelt sein, wenn man dem Paradies und der Hölle solch riesige Unwissenheit, Blödheit und Torheit zuschreibt.
Buchari in seinem Sahih-Werk, Band 4, Seite 68, und Band 1, Seite 136, und Muslim in seinem Sahih-Werk, Band 1, Seite 283, und Imam Ahmad bin Hanbal in seinem Musnad-Werk, Band 2, Seite 258, berichteten durch eine Erzählerkette, die bei Abu Huraira endet, der sagte (als angebliches Wort des Propheten):
"Unser Herrgott steigt jede Nacht zum Himmel dieser Welt hinab, und beim letzten Drittel davon sagte Gott: "Wer ruft mich an, so dass ich Ihm antworte?!"
Bemerkungen
Gewiss steht Allah weit über den Vorstellungen, hinunterzusteigen oder hochzusteigen, zu gehen oder zu kommen, sich zu bewegen oder sich zu verschieben. Er ist fern all solcher Erscheinungen oder Vorgänge. Dieses Hadith und die vorigen drei Hadithe des Abu Huraira öffneten das Tor im Islam für den Glauben, Allah habe einen Körper, und die Hanbaliten (eine der sunnitischen Rechtsschulen) führten dadurch zahlreiche Abänderungen und Abweichungen ein. Unter diesen war Ibn Taimiyah, der einst die Kanzel (Minbar) in der Hauptmoschee zu Damaskus an einem Freitag bestieg. Er enthüllte seine Abweichungen und sagte: "Allah steigt in den Himmel dieser Welt hinab, so wie ich hier herabsteige." Und wie er das ausgesprochen hatte, stieg er eine Stufe der Redetreppe (Minbar) herab, und so zeigte er dem Volke Allahs Abstieg als eine wirkliche Erscheinung, zusammen mit allen Erfordernissen eines Abstiegs, nämlich Bewegung und sich von oben nach unten zu bewegen. Da unterbrach ein malikitischer Gelehrter (Angehöriger einer anderen sunnitischen Rechtsschule), namens Ibnus-Sahra den Ibn Taimiyah und erhob Einspruch gegen das Gesagte. Jetzt standen die Leute gegen diesen malikitischen Gelehrten auf, schlugen und traten ihn heftig, so dass sein Turban herabfiel, und die Leute schleppten ihn dann zum hanbalitischen Richter namens Izzuddin Ibn Muslim. Dieser befahl, dass er eingekerkert werde, und im Gefängnis wurde der arme Mann sogar gefoltert.
Buchari in seinem Sahih-Werk, Band 2, Seite 166, Muslim in seinem Sahih-Werk, Band 2, Seite 57, und Imam Ahmad bin Hanbal in seinem Musnad-Werk, Band 2, Seite 312, berichten durch eine Erzählerkette, die bei Abu Huraira endet, der sagte (als angebliches Wort des Propheten):
Es gab zwei Frauen, jede hatte einen Sohn. Ein Wolf kam und fraß den Sohn der einen auf. Ihre Freundin sagte: "Der Wolf hat deinen Sohn weggenommen." Die andere sagte: "Der Wolf hat den deinen weggenommen." Sie kamen zu (König und Prophet) David, dass dieser entscheide. Er entschied zugunsten der Älteren. Sie gingen zu Salomon und legten ihm den Fall vor. Er ließ sich ein Messer geben, um das Kind auf die beiden Frauen aufzuteilen. Da sagte die Jüngere: "Mache das nicht. Gott möge Gnade mit dir haben. Der Bub ist ihr Sohn." Salomon entschied daraufhin zugunsten der Jüngeren.
Abu Huraira fügte hinzu: "Bei Allah, bis zu diesem Tage hatte ich das Wort "Sikin" (Messer) nicht gekannt, denn wir benutzten nur das Wort "Midyah"."
Bemerkungen
Gegen dieses Hadith kann man gleich mehrere Einwände erheben: Erstens, (König) David war ein Prophet und ein Gottesgesandter; er wurde von Gott für das Volk (Israel) bestimmt, mit dem ausdrücklichen Befehl, als Richter für die Israeliten Streitereien zu schlichten. Wie der Qur'an berichtet, sagte Gott zu (König und Prophet) David (Sure 38, Vers 26) : "O David! Wir haben doch zum Statthalter (Kalif) auf Erden eingesetzt; richte daher in Gerechtigkeit zwischen den Menschen und folge nicht deinen Begierden, welche dich von Allahs Weg irreleiten."
An einer anderen Stelle des Qur'an (Sure 38, Vers 17-30) lobt Allah David mit den Worten: "Höre (O Muhammad) ihre (der Mekkaner) Reden an und erinnere dich unseres (Gottes) Dieners David, welchen Wir mit Kraft begabt hatten und der sich immer Uns zuwandte. Wir hatten die Berge gezwungen, Uns mit ihm des Abends und des Morgens zu preisen, ebenso die Vögel, welche sich bei ihm scharten und ihm dienstbar waren. Sein Reich festigten Wir und gaben ihm Weisheit und die Gewandtheit der Rede. Weißt du (o Muhammad) die Geschichte jener zwei Streitenden, welche über die Mauer in sein Gemach stiegen?"
Und Allah sagte auch (Sure 38, Vers 40): "So brachten Wir, ihn (Salomon) Uns näher und gaben ihm einen herrlichen Aufenthalt."
Allah sagt auch an anderer Stelle (Sure 17, Vers 55): "Der Herr kennt jeden, der in den Himmeln und auf Erden lebt, und darum haben Wir einige Propheten vor anderen bevorzugt und haben dem David die Psalmen eingegeben."
So sehen wir, dass der Prophet David (a.) unter jenen ist, denen von Allah ein hoher Rang gewährt wurde, und er ist frei von Sünde und Fehlern, und so es auch mit der Angelegenheit, Streitereien zu schlichten und Urteile zu fällen, wie Allah klar verkündet (Sure 5, Vers 47): "Wer sein Leben (und seine Urteile) nicht nach der Offenbarung und dem, was Er herabsandte, richtet, der gehört zu den Ungläubigen. "
Nun ist Davids Sohn Salomon der Erbe seines Wissens und seiner Urteilskraft, und auch er ist ein sündenloser Prophet. Wie kann er dann die Entscheidung seines Vaters umkehren? Beide sind wegen ihrer Sündenlosigkeit beim Volke sehr gut bekannt. Solch ein Akt des Widerrufs würde bedeuten, dass Gottes Tat selbst in Frage gestellt wird, da Er Salomon zum Propheten berufen hat, und zugleich hätte Salomon seinem Vater David mangelnden Respekt entgegengebracht.
Zweitens, dieses Hadith zeigt einen Widerspruch, da beide Propheten im gleichen Fall zu gleicher Zeit anders urteilen. Das bedeutet doch, dass einer der beiden sich irren muss. Alle Propheten werden als sündenlos und fehlerlos betrachtet, auch wenn sie Streitereien schlichten.
Drittens, dieses Hadith zeigt, dass David bezüglich des Kindes zugunsten der älteren Frau entschied, ohne dass er Beweise und Belege hatte, außer dass sie die Ältere war. Solch eine Tat kann nur von jemandem begangen werden, der mit den Gesetzen der Religion nicht vertraut ist und von jemandem, der die Prinzipien der Gerechtigkeit nicht kennt. Gewiss, Allah und Seine Propheten sind weit erhaben über solche Beschuldigungen.
Viertens, dieses Hadith zeigt eindeutig, dass Prophet Salomon die Entscheidung zugunsten der jüngeren Frau fällte, weil sie nicht wollte, dass das Kind vom Messer zerschnitten werde. Dies allein kann kein Grund für eine legale Entscheidung sein, nur weil die Jüngere zugunsten der Älteren zustimmte und zumal Davids Urteil ebenfalls in dieser Richtung war. Und solch eine Androhung, ein unschuldiges Baby zu töten, kann nicht von einem Propheten kommen, selbst wenn er die Vollstreckung nie vor hatte.
Fünftens, man kann sich nur wundern über jene, die Abu Huraira für wahrhaft halten, wenn er sagt, er hätte bis zu jenem Tage nicht das Wort "Sikin" gehört, und dass das von ihnen gebrauchte Wort "Midyah" gewesen sei. Es bedarf keiner Erwähnung, dass in der arabischen Literatur das Wort Sikin mehr gebraucht wird als das Wort Midyah, und es ist nicht vernünftig, jemand könne den Sinn von Sikin und Midyah nicht wissen. Überdies, wie kann man annehmen, dass Abu Huraira den Qur'an-Vers in der Sure Yusuf nicht kannte. Der Qur'an-Vers sagt:
"Und sie gab jeder der Frauen ein Messer (Sikin)."
Und wir wissen, dass die gesamte Sure Yusuf in Mekka offenbart wurde, außer den ersten vier medinensischen Versen, und dass Abu Huraira den Islam mehr als sieben Jahre nach dieser Offenbarung annahm, und diese Sure wurde im Gedächtnis der Muslime bewahrt, welche die Sure bei Nacht und Tag zu rezitieren pflegten, und Abu Huraira muss gehört haben, wie die Leute die Sure Yusuf in ihren Gebeten, in ihren Freizeitstunden und in vielen anderen Lebensstunden rezitierten.
Es wird noch überraschender, denn es gibt ein anderes Hadith, die von Imam Ahmad bin Hanbal in seinem Musnad-Werk aufgezeichnet ist, in Band 2, Seite 230. Dieses Hadith wird von Muhammad bin Dschafar erzählt, und die Erzählerkette endet bei Abu Huraira, der den Heiligen Propheten Muhammad (s.) sprechen lässt:
"Wenn jemand zum Richter für das Volk gemacht wird, ist das so, als sei er ohne Sikin (Messer) abgeschlachtet worden."
Buchari in seinem Sahih-Werk, Band 3, Seite 176, und Muslim in seinem Sahih-Werk berichteten durch eine Erzählerkette, die bei Abu Huraira endet, der Prophet Muhammad habe den Propheten Salomon, den Sohn Davids, sprechen lassen:
"Heute Nacht begatte ich hundert Frauen, und jede Frau wird einen Sohn gebären, der auf dem Wege Allahs kämpfen wird." Der Engel sagte dann zu Salomon: "Sage: So Gott will (Inschaallah)!" Aber Salomon sagte das nicht. Dann begattete Salomon diese hundert Frauen. Aber keine gebar ein Kind, außer einer, die einen halben Menschen zur Welt brachte. Abu Huraira lässt den Heiligen Propheten Muhammad (s.) dazu sagen: "Hätte Salomon gesagt "Inschaallah" , hätte er beim Begatten das Beabsichtigte erreicht."
Bemerkungen
Dieses Hadith ist mehrfach hinterfragbar: Erstens, wie potent ein Mann auch sein mag, er kann nicht in einer einzigen Nacht hundert Frauen begatten (und schwängern wollen). Was Abu Huraira erzählt, widerspricht daher der Natur des Mannes und ist einfach unmöglich. Darüberhinaus wäre es zeitlich ein bemerkenswertes Phänomen, und nicht zuletzt stellt sich die Frage, woher die 100 Frauen denn kamen, die sich allesamt widerspruchslos in der Nacht einem Mann hingaben, mit dem sie nicht verheiratet waren, schließlich sucht ein Prophet keine Prostituierten auf!
Zweitens, es gehört sich nicht für einen Propheten (wie Salomon), das Gottvertrauen bei seinen Taten zu ignorieren, noch dazu, nachdem er vom Engel ermahnt wurde. Was hat denn Salomon überhaupt daran gehindert "Inschaallah" zu sagen? Denn diese Lösung dient als Mittel, sich an Gott zu wenden. Nur jene, die ihre Aufmerksamkeit nicht auf Allah richten, werden diese Lösung vermeiden. Weit entfernt sind Gottes Propheten von solchen Verleumdungen, sie stehen hoch über dem, was gewöhnliche Leute ihnen andichten.
Drittens, Abu Huraira scheint verwirrt über die Anzahl der Frauen des Propheten Salomon, denn an der einen Stelle sagt er, es wären hundert Frauen gewesen, und an anderer Stelle gibt er die Zahl mit neunzig Frauen an, und an noch einer anderen Stelle mit siebzig Frauen, und an einer weiteren Stelle mit sechzig Frauen. All diese Versionen sind in den Hadithen Abu Hurairas enthalten, die in den Sahih-Werken von Buchari und Muslim und im Musnad-Werke von Imam Ahmad bin Hanbal berichtet werden - von Abu Huraira also selber erzählt. Es ist wahr: ein Lügner hat kein Gedächtnis.
Buchari in seinem Sahih-Werk, Band 2, Seite 163, und auch Band 1, Seite 158, und Muslim in seinem Sahih-Werk, Band 2, Seite 309, berichten getrennt durch eine Erzählerkette, die bis Abu Huraira reicht, der sagte (als angebliche Wort des Propheten Muhammad):
Der Todesengel sei einst zum Propheten Moses gekommen und habe gesagt: "Antworte auf den Ruf deines Herrgottes!" Darauf schlug der Prophet Moses auf das Auge des Todesengels und schlug es heraus. Der Todesengel ging zurück zu Allah und sagte: "Du hast mich zu solch einem Gottesknecht geschickt, der den Tod nicht will und mir ein Auge ausschlug."
Abu Huraira erzählt (als angebliches Wort des Propheten Muhammad) weiter, dass Allah das Auge wieder einsetzte und befahl:
"Gehe zu Meinem Knechte noch einmal und sage ihm: "Willst du das Leben haben, so lege deine Hand auf den Körper eines Stieres. Du wirst dann so viele Jahre noch leben, wie deine Hand an Haaren abdeckt."
Gemäß der Version bei Imam Ahmad bin Hanbal in seinem Musnad-Werk, Band 4, Seite 315, zeigte Abu Huraira in diesem Hadith, dass der Todesengel zu jedermann offen zu kommen pflegte. Als er zum Propheten Moses kam, prügelte dieser ihn und stieß ihm ein Auge aus. Der Historiker Ibn Dscharir Tabari erzählt mit diesen Worten dieses Hadith in seinem Tarich-Buch:
"Der Todesengel pflegte die Leute offen zu besuchen, bis er zum Propheten Moses kam; dieser schlug ihn und stieß ihm ein Auge aus."
Am Ende fügt der Text hinzu, dass der Todesengel nach dem Tode des Propheten Moses heimlich zu den Leuten kam.
Bemerkungen
Es ist aus keiner einzigen Zeitepoche der Welt bekannt noch von irgendeinem anderen Überlieferer bestätigt, dass der Todesengel einstmals "offen" zu den Leuten kam. Aber selbst wenn es so gewesen wäre, wie kann es sein, dass ausgerechnet ein Prophet Gottes ihn nicht erkennt und dann brutalerweise ihm ein Auge ausschlägt? Und warum tut ausgerechnet einer der größten Propheten Gottes so etwas Widerspenstiges gegenüber Gott und Seinem Engel, was vor ihm noch kein Mensch gegenüber dem Engel getan haben soll? Und wie kann man zu der Vorstellung kommen, dass Engel eine Gestalt haben, bei er man ihnen ein Auge ausschlagen kann? Und was sind das für merkwürdige Engel, die nach solch einer Prügelei dann ihr Verhalten ändern, weil sie möglicherweise Angst haben, wieder in eine Prügelei verwickelt zu werden? Derartige Überlieferungen können auch ohne weitgreifende Textanalyse ins Reich der Märchen verbannt werden, die Abu Huraira zu erfinden pflegte, um das Ansehen der Propheten zu verunglimpfen.
Buchari in seinem Sahih-Werk, Band 2, Seite 162, und Band 1, Seite 42, und Muslim in seinem Sahih-Werk, Band 2, Seite 308, berichteten durch eine Erzählerkette, die bei Abu Huraira endete, der Prophet sagte:
"Die Israeliten pflegten nackt zu baden, und sie schauten einander auf die Geschlechtsorgane. Aber der Prophet Moses badete immer ganz alleine. Die Israeliten sagten: "Nichts kann Moses davon hindern, mit uns gemeinsam zu baden, außer dass er an einem Mangel in der Leistengegend leiden muss."
Abu Huraira erzählt (als Wort des Propheten) weiterhin:
"Einst ging Moses zum Bach und legte seine Kleider auf einen Stein. Der Stein rannte mit den Kleidern davon, Moses rannte hinterher und schrie: "Meine Kleider, o Stein! Meine Kleider, o Stein!" Er rannte solange hinterher, bis die Israeliten die Geschlechtsorgane des Moses sahen und sagten: "Bei Gott, Moses hat keinen Mangel!" Danach stoppte der Stein. Moses nahm dann seine Kleider vom Stein und begann, den Stein zu schlagen. Und bei Allah, der Stein quietschte sechs oder sieben Male!
Es wird auch in den Sahih-Werken Bucharis und Muslims von Abu Huraira gesagt, dieser Vorfall deute auf den Vers im Heiligen Qur'an (Sure 33, Vers 69): "O Gläubige, seid nicht wie jene, die den Moses durch Verleumdung beleidigten, aber Allah sprach ihm rein von dem Bösen, welches sie von ihm sagten, denn er stand in großem Ansehen bei Allah."

Bemerkungen
Es ist bemerkenswert, dass dieses Hadith zahlreiche Sachen enthält, die für die Vernunft nicht akzeptabel sind. Zum Beispiel, dass der Prophet Moses vor seinem eigenen Volke die Geschlechtsorgane entblößte, wodurch sein Rang und sein Prestige beeinträchtigt wurden, darüberhinaus die Leute ihn nackt rennen sahen und er dem Steine nachrief, während dieser nicht hören wollte; dann stoppte der Stein, und Moses stand ganz nackt vor den Volke Israel und schlug den Stein, während die Leute auf ihn schauten, da er wie ein Verrückter im nackten Zustand auf einen Stein einschlug.
Falls dieser Vorfall für wahr gehalten wird und der Stein tatsächlich losgerannt ist, dann müsste es eine Erscheinung sein, die von Allah herbeigeführt wurde, da Steine von sich aus nicht über derartige Fähigkeiten verfügen. Wie kann dann der Prophet Moses böse und verärgert sein und den Stein deswegen auch noch schlagen, denn der Stein musste sich unter Zwang bewegen?! Weiterhin, welche Wirkung hat denn solch eine Bestrafung auf den Stein, und wie kann ein Stein vor Schmerz unter Bestrafung quietschen?
Es ist auch bemerkenswert, dass er mit Moses' Kleidern davonrennende Stein Moses dazu bringt, sich selbst in aller Öffentlichkeit zu beleidigen, denn er hätte ja schließlich solange an seinem Platze bleiben können, bis der Stein die Kleider zurückbrachte oder ein alternatives Vorgehen möglich wäre, um seinen Körper zu bedecken, wie jeder kluge Mensch es in solch einer Situation tun würde.
Es muss hier auch geklärt werden, dass der im Vorfall angedeutete Qur'an-Vers "Gläubige, seid nicht wie jene, welche Moses durch Verleumdung beleidigten..." sich auf etwas anderes bezieht: Es wird von Ibn Abbas erzählt, dass die Israeliten Moses beschuldigten, er habe Korah umgebracht. Auch soll Korah eine Prostituierte eingesetzt haben, damit sie Moses zur Unzucht verführe, aber Allah entlastete Moses, indem die Prostituierte die Wahrheit sagen musste. Auch wird gesagt, dass die Israeliten Moses ärgerten, indem sie ihm Magie, Zauberei, Falschheit und Verrücktheit andichteten, nachdem sie die von ihm demonstrierten Wunder gesehen hatten.
Man muss sich allerdings auch über die beiden Hadith-Experten und Hadith-Sammler wundern, die dieses Hadith Abu Hurairas ausgerechnet in dem Kapitel aufzeichneten, das von den Auszeichnungen und Verdiensten des Propheten Moses handelt. Es ist nicht klar, welche Auszeichnungen herauskommen, wenn Moses einen Engel verprügelt, oder welchen Verdienst er haben soll, wenn er andere seine Geschlechtsorgane sehen läßt. Welchen Sinn soll der ganze haben? Gewiss, ein Prophet wie Moses, der die einzigartige Auszeichnung hatte, mit Allah sprechen zu dürfen und Gottes erwählter Gesandter zu sein, steht weit über diesem ganzen Unsinn.
Buchari in seinem Sahih-Werk, Band 3, Seite 100, und Muslim in seinem Sahih-Werk, Band 1, Seite 97, berichten durch eine Erzählerkette, die bei Abu Huraira endet, ein langes Hadith, das unter anderem folgendes enthält:
Allah wird die Menschen der früheren und der späteren Generationen am Tage des Gerichts auf einer einzigen Plattform versammeln, wo der Rufer sie hören kann, wo das Auge sie sehen kann, wo die Sonne ihnen nahe ist, und daher werden die Menschen von unerträglichem Schmerz und Gram bedrängt. Sie sagen dann zu sich: "Seht ihr nicht, was eure Plage ist? Warum schauen wir uns nicht nach jemand um, der vor dem Herrgott als Fürbitter auftritt?" Dann werden einige zu den anderen sagen: "Ihr solltet an Adam herantreten!" Und sie treten an Adam heran und flehen ihn an: "Du bist der Vater der Menschheit. Allah schuf dich mit Seiner Hand, flößte dir von Seinem Geiste ein und befahl den Engeln, und sie warfen sich vor dir nieder. Sei Fürbitter für uns beim Herrgott. Siehst du nicht, in welcher Plage wir sind? Siehst du nicht, was uns zugestoßen ist?" Adam wird dann sagen: "Heute ist mein Herrgott in Zorn entbrannt, wie noch nie zuvor und wie noch nie danach. Er verbot mir eine gewisse Frucht, aber ich gehorchte Ihm nicht. Dies ist der Tag, wo man nur an sich selber denken kann, nur an sich selbst. Geht zu jemand anderem. Geht zu Noah." Sie treten danach an Noah heran und sagen zu ihm: "O Noah, du bist der erste Gesandte Gottes für die Menschen der Erde, und Allah nannte dich einen dankbaren Diener. Sei Fürbitter für uns bei deinem Herrgott. Siehst du die Plage, in der wir stecken?" Dann wird Noah sagen: "Heute ist mein Herrgott in Wut entbrannt, wie noch nie zuvor und wie noch nie danach. Ich hatte eine Erlaubnis für ein Gebet, und ich betet gegen mein Volk. Dies ist der Tag für das eigene selbst, nur für das eigene selbst. Geht zu jemand anderem. Geht zu Abraham." Die Menschen treten dann zu Abraham heran und sagen: "O Abraham, du bist der Prophet Allahs und Sein Freund unter den Menschen der Erde; sei Fürbitter für uns bei deinem Herrgott. Siehst du nicht, wohin wir geraten sind?" Abraham wird zu ihnen sagen: "Heute ist mein Herrgott in Wut entbrannt, wie noch nie zuvor und wie noch nie später. Ich selber habe dreimal gelogen. Heute ist der Tag für das eigene Selbst. Geht zu jemand anderem. Geht zu Moses!" Daraufhin werden sie zu Moses gehen. Die Menschen treten an Moses heran und sagen: "O Moses, du bist der Gesandte Allahs, Der dich vor den Menschen auszeichnete mit Seiner Botschaft und mit dem direkten Gespräch mit dir. Sei Fürbitter für uns bei deinem Herrgott. Siehst du nicht, in welch traurigen Lage wir stecken?" Moses wird dann sagen: "Heute ist mein Herrgott in Wut entbrannt, wie noch nie zuvor und wie noch nie nachher. Aus Mordlust tötete ich einen quicklebendigen Menschen, und dazu hatte ich keinen Befehl (von Gott). Dies ist der Tag für das eigene Selbst. Geht zu jemand anderem. Geht zu Jesus!" Sie werden dann zu Jesus gehen und zu ihm sagen: "O Jesus, du bist der Gesandte Allahs und Sein Wort, das Er in Maryam legte, und du bist Sein Geist. Du sprachst zu den Leuten, während du noch ein Baby in der Wiege warst. Sei Fürbitter für uns bei deinem Herrgott. Siehst du nicht, in welch traurigen Lage wir stecken?" Jesus wird (für sich selbst) keine Sünde erwähnen. Aber er wird ebenfalls sagen: "Dies ist der Tag für das eigene Selbst, und nur für das eigene Selbst. Geht zu jemand anderem. Geht zu Muhammad." Sie werden dann zu Muhammad hintreten und zu ihm sagen: "O Muhammad, du bist der Gottesgesandte und der letzte Prophet. Allah hat dir all deine Sünden vergeben, vergangene und gegenwärtige. Sei Fürbitter für uns vor deinem Herrgott. Siehst du nicht in welch trauriger Lage wir stecken?"
Abu Huraira erzählt nun weiter, dass der Heilige Prophet Muhammad (s.) sagen wird:
"Ich bin gerührt, und da ich unter Gottes Thron bin, werde ich mich vor meinem Herrgott niederwerfen, und daraufhin wird mir Allah Seine Wohltaten und Seine schöne Behandlung gewähren, wie Er sie vor mir keinem gewährt hat. Dann wird zu mir gesagt werden: "O Muhammad, hebe dein Haupt, dir wird gegeben, was immer du verlangst und fürbittest, deine Fürbitte wird angenommen werden." Ich werde mein Haupt heben und sagen: "Meine Ummah, o Herrgott, meine Ummah, o mein Herrgott!" Es wird mir dann gesagt: "O Muhammad, lass von deiner Ummah eintreten, für die es keine Abrechnung gibt, durch das Tor Aiman (Sicherheit) von den Toren des Paradieses, und sie werden gemeinsam mit anderen Leuten hineingehen, die durch andere Tore eintreten."
Bemerkungen
Dieses Hadith Abu Hurairas enthält direkte Beschuldigungen gegen die üblicherweise hohe Position großer Propheten, denn gemäß der Worte und der praktischen Darlegung des Heiligen Propheten Muhammad (s.) genießen die Propheten, insbesondere die hochrangigen, großen Propheten, eine sehr hohe Position, und die Welt kennt sehr gut ihr großes Ansehen in den Augen der Menschen. Ihre Großartigkeit flößt den Massen ehrfürchtigen Respekt ein, und ihre Dienste für die Menschheit werden von allen anerkannt. Zahlreiche Verse im heiligen Qur'an und unzählige Worte des heiligen Propheten Muhammad (s.) preisen die leuchtenden Meriten und Auszeichnungen dieser Propheten, und sie zeigen deren hohe Eigenschaften des Verstandes und des Herzens und ihren tadellosen Charakter in Lebensweise und Lehrauftrag.
Aber dieses Hadith Abu Hurairas schneidet an der eigentlichen Wurzel all dieser Meriten und leuchtender Auszeichnungen dieser Propheten; dieses Hadith ist sicherlich im Widerspruch zu den Aussprüchen des heiligen Propheten Muhammad (s.), und im Widerspruch zu seiner Sunnah. Adams Position ist weit darüber, eine Sünde zu begehen, die ihm den Zorn Gottes einbringen würde. Die verbotene Frucht sollte nur die Askese anheben. Noah war weit darüber, gegen irgendjemand zu beten; selbst für die Gottesfeinde suchte er das Wohlwollen Gottes. Abraham war weit entfernt vom Laster der Lüge und von jedem bösen Wort oder Tat, womit Allahs Zorn erregt werden könnte. Gott verhüte, dass Moses einen Menschen getötet hätte, wodurch er Gott erzürnt hätte, sondern er tötete nur einen Mann, der vor Gott ungeschützt und aufgrund seiner Taten in den Augen kluger Leute wertlos war. Und im allgemeinen sind die Propheten insgesamt in einer hohen Position, um Gott vorzuwerfen, Er sei in Wut entbrannt wie nie zuvor.
Weiterhin behauptet dieses Hadith, die Menschen könnten am Tage des Gerichts einander konsultieren und (danach) handeln. Aber gemäß des Heiligen Qur'an sind die Menschen wie berauscht, wiewohl sie nicht berauscht sind, und jedermann rennt weg von Bruder, Mutter, Vater, Frau und Kindern, da jeder mit seinen eigenen Angelegenheiten beschäftigt sein wird. Und wie können die Menschen an jenem Gerichtstage an die Propheten herantreten, denn diese sitzen alle auf erhöhten Thronen, und die gemeine Menge kann sich ihnen nicht nähern.
Überdies, der Verstand möchte Abu Huraira eine große Frage stellen. Sind diese Leute von der Gemeinde (Ummah) des heiligen Propheten Muhammad (s.), oder gehören sie zu anderen Propheten? Wenn sie zur Gemeinde des heiligen Propheten Muhammad (s.) gehörten, wer dirigierte sie, sich an andere Propheten der Reihe nach zu wenden? Sind sie von der Gemeinde eines anderen Propheten, hätte sie dieser Prophet nicht abgewiesen, wie in dieser Hadith Abu Hurairas gezeigt wird.
Buchari in seinem Sahih-Werk, Band 1, Seite 158, und Muslim in seinem Sahih-Werk, Band 1, Seite 158, berichteten durch eine Erzählerkette, die bei Abu Huraira endet, dass der Heilige Prophet Muhammad (s.) gesagt haben soll:
"Wir (Muhammad selbst) sind berechtigter als Abraham, im Zweifel zu sein, als er sagte: "Mein Herrgott, zeige mir, wie Du die Toten zum Leben bringst." und Allah sagte: "Glaubst du daran nicht?" Abraham sagte: "Ja, schon, aber überzeuge mein Herz." (Der Prophet sagte angeblich weiter:) "Allah möge Gnade mit Lot haben; er suchte Zuflucht im starken Lager; aber wäre ich solange wie Josef im Kerker gewesen, hätte ich (Muhammad) den Geist aufgegeben."
Bemerkungen
Dieses Hadith Abu Hurairas ist aufgrund mehrerer Argumente nicht akzeptabel.
Erstens behauptet dieses Hadith, dass Abraham angeblich Zweifel hatte, aber Allah sagt im Heiligen Qur'an (Sure 6, Vers 78) :
"Gewiss gaben Wir (Gott) Abraham Weisheit." Und: "Darauf zeigten Wir (Gott) dem Abraham die Reiche der Himmel und der Erde, damit er zu denen gehöre, die fest in ihrem Glauben sind." Fest in der Gewissheit zu sein, ist eine Stufe des Wissens, in der es keine Spur an Zweifel gibt.
Der Qur'an-Vers, auf den Abu Huraira hindeutet, zeigt nur, dass Abraham den Vorgang sehen wollte, wie Allah die Toten belebt; er hatte gar keinen Zweifel an Gottes Kraft, was an der Frage Gottes an ihn klar wird, ob er nicht so glaube; und er antwortete, dass er glaube.
Zweitens, Abu Hurairas Ausspruch (Hadith): "Wir (der Prophet Muhammad selbst) sind berechtigter als Abraham, im Zweifel zu sein." wirft den Tadel, Zweifel zu hegen, auf den Heiligen Propheten Muhammad (s.) wie auch auf andere Propheten. In der Tat wird der Prophet hier so gezeigt, als hege er im Geiste mehr Zweifel als Abraham. Man kann nicht begreifen, wie Abu Huraira es wagen konnte, so etwas zu behaupten, denn Allah verkündete, dass Er dem Heiligen Propheten Muhammad (s.) das gab, was Er nicht Abraham oder irgendeinem anderen Propheten oder hochrangigen Engeln gab. Wahrlich, dem Heiligen Propheten Muhammad (s.) Zweifel zuzuschreiben, wird einmütig von allen abgelehnt, und die Vernunft und die Überlieferung (des Propheten) richten sich gegen solch eine Anschuldigung.
Drittens, Abu Hurairas Hinweis auf Lot, dieser habe - was Gott verhüte - nicht bei Allah Zuflucht gesucht, sondern woanders, ist ein gemeiner Tadel, der zu Lots hoher Position als Prophet nicht passt und nach Mangel an Gottvertrauen riecht. Lots Tat bestand nur darin, seine Familie und das Stadtvolk (von Sodom) zu warnen, da er sie zum Glauben an Gott aufrief und sie vom Bösen abhalten wollte, was ein Teil seiner prophetischen Mission war.
Viertens, die Worte in diesem Hadith, wonach der Heilige Prophet Muhammad (s.) gesagt haben soll: "Wäre ich solange wie Josef im Kerker geblieben, hätte ich den Geist aufgegeben!", münden darin, die Überlegenheit des Josef vor dem Heiligen Propheten Muhammad (s.) zu behaupten, was dem Glauben der gesamten Muslim-Gemeinde widerspricht, und dieses Hadith Abu Hurairas widerspricht ebenfalls echten Hadithen.